Review

Eigentlich müsste das Mememonster vor diesen Menschen davonlaufen… 

Ein gruseliges Internetphänomen lässt die Teenager einer kleinen US-Stadt verrücktspielen und sich selbst und Familienmitglieder mit scharfen Gegenständen verletzen… Doch was die Erwachsenen anfangs nicht ahnen: eine fiese Erscheinung bzw. eine Art Schlitzerdämon namens Grimcutty steckt hinter der Sache…

Slendermans Schwippschwager?

Manchmal erinnert „Grimcutty“ an eine fehlgeleitete Mischung aus „It Follows“, J-Horror-Auswüchse ins digitale Zeitalter und dem US-Remake von „Death Note“ - aber leider in einer der schlechtesten Versionen dieser Mixtur. Egal ob erwachsen oder heranwachsend, hier ist keiner wirklich mögenswert. Grimcutty als Figur ist ganz cool designt und kann anfangs noch recht creepy wirken, verliert mit der Zeit und seiner Redundanz aber völlig seine Wirkung. Etliche Dialoge fühlen sich steif und einfach falsch an. Die metaphorische Ebene bzw. der doppelte Boden funktionieren null. Härtere Szenen fehlen gänzlich. Und die Wut und die Machtlosigkeit der Teenager führt bei uns Zuschauern leider nur zu Ärger und gebeutelten Nerven. Gerade die elterliche Seite ist hier unfassbar ärgerlich und fühlt sich - da kann ich mich nur wiederholen - falsch an. Die Balance aus Grusel und tiefersitzender Teenage Angst-Aussage ist ebenfalls off. Und die wenigen gruseligen Szenen verlaufen oder wiederholen sich zu oft. Sodass „Grimcutty“ als Gesamtwerk für mich ähnlich nervig ist wie die Memes und der Internetschmutz, den man hier eigentlich indirekt ankreiden und entlarven will. Immerhin besser als der „Slender Man“ von vor ein paar Jahren - aber die Hürde nimmt fast jeder… 

Fazit: zwar schon irgendwie Einsteigerhorror für Teens mit Memes, allein wegen den Themengebieten samt Hashtags, Generationslücke und YouTube-Videos… aber dann doch nicht ohne seine (anfangs) böseren Momente. Wären doch die Figuren nicht alle so unfassbar unsympathisch und blöd - und das nicht im positiven „Horrorsinne“… 

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