Zur Adventszeit erscheinen natürlich nicht ansatzweise so viele Anti-Weihnachtsfilme, wie jene, die nach zehn Minuten bereits völlig vom Kitsch überklebt sind. Der britische Regieneuling Rhys Frake-Waterfield tendiert mit seiner Horrorkomödie in eine überaus trashige Richtung, indem er einen leidlich geschmückten Weihnachtsbaum auf Mördertour schickt.
Faith (Sarah Alexandra Marks) leidet noch sehr unter dem Trauma, als ihre Eltern vor einem Jahr an Weihnachten von dem irren Paar Clay und Morrigan umgebracht wurden. Derweil versucht Morrigan ein dämonisches Ritual, ihren verstorbenen Clay ins Leben zurückzuholen, doch das Zauber geht offensichtlich schief und Clay erscheint in Form einer Weihnachtstanne. Diese macht sich auf, ihr Werk zu vollenden, denn wieder ist Weihnachten und Faith hat Gäste geladen…
Die Chose nimmt sich glücklicherweise zu keiner Zeit ernst, doch anders als bei dem ähnlich gelagerten „Jack Frost“ befinden sich die Effekte durch und durch auf Amateurniveau. Der Baum sieht noch einigermaßen beweglich aus, hin und wieder ist ein Handschuh zu sehen, damit auch mal ein Messer gehalten werden kann und ansonsten kann das grüne Gestrüpp eine Lichterkette zum Strangulieren ausfahren oder wahlweise Tentakeln hervorschnellen lassen, um weitere Opfer aufzuspießen. Dies alles geschieht natürlich per CGI, die leider sichtlich unmotiviert dahingerotzt wurden.
Schlimmer sind jedoch alle Szenen außerhalb der Weihnachtsbaumaktionen. Da sämtliche Mimen bis auf die Hauptdarstellerin wie Laien daherkommen und die grottige Synchro diesen Eindruck noch verstärkt, bereiten weder Alltagsgespräche, noch in Panik geraten Gäste Freude. Zwar macht das opulent eingerichtete Landhaus mit sehr viel Bling-Bling einiges her und das musikalische Leitthema zwischen Horror und Weihnachtsschellen entpuppt sich als recht markant, doch die Angelegenheit macht besonders in der ersten Hälfte den Eindruck geballten Unvermögens.
Mit dem Aufkreuzen des garstigen Weihnachtsbaums kommt zumindest etwas mehr Bewegung auf, doch anstatt einigermaßen blutig auszuarten, werden einige Kills ins Off verlagert oder es spritzt grobschlächtiges CGI-Blut umher. Zwar gibt es zwei Körperteilungen, doch sind derart aus der Distanz inszeniert, dass die Opfer von weitem schon gar nicht mehr zu identifizieren sind. Andere Regiepatzer, wie bei Tageslicht aus dem Haus zu rennen, um kurz darauf im nächtlichen Wald zu stehen, fallen da schon ein wenig kurzweiliger aus.
Während nahezu sämtliche Dialoge zum Davonlaufen sind und innerhalb der nur 73 Minuten Laufzeit schlicht zuviel geredet wird, gibt es zum Finale einen kleinen CGI-Overkill, der tatsächlich mit einem Lagerfeuer endet. Ein abschließender Twist lässt einige kleine Fragen offen, wogegen die allerletzte Einstellung schon fast obligatorisch garstig ausfällt.
Letztlich muss man schon sehr in trashigen Gefilden beheimatet sein, um dem ganzen Mummenschanz etwas abzugewinnen und eine weihnachtliche Stimmung kommt bei alledem nur sehr bedingt auf, - denn früher war mehr Lametta…
4,5 von 10