Review

Don't Believe

Ganz im Kielwasser von „Don't Breath“ und gänzlich auf dem Rücken von Stephen Lang kommt mit „Old Man“ ein bitteres und atmosphärisches Kammerspiel über einen alten Einsiedler, vor dessen Hütte plötzlich ein junger, unsicherer Wanderer steht, der Hilfe benötigt. Aber wer ist hier eigentlich die Gefahr und wo liegen die Wahrheiten in einem dialoglastigen Ratespiellimbo?


Richtig cool, dass Stephen Lang nun seinen späten dritten Frühling im Genrebereich bekommt. Eher weniger cool, dass sich „Old Man“ so dermaßen auf ihn verlässt, dass seine Schultern wohl spätestens jetzt ganz schön strapaziert aussehen sollten. „Old Man“ hat seine atmosphärischen Momente. Eine alte Hütte, draußen zieht ein Unwetter auf. Es gibt viele Fragen und lange Zeit durchaus Neugier beim Gucker. Dazu wie gesagt Lang, der sowas eben kann zwischen Monster, Menace und Miesepeter. Und dennoch reichen diese an sich starken Zahnräder nicht für ein komplexes oder überzeugendes Ganzes. Eher Kurzfilm-, Kurzgeschichten-, Theaterstück-Potenzial. Für einen ausgewachsenen Zeitvertreib und Genreerguss ist das (zum Teil deutlich) zu wenig. Auch zu spärlich Eleganz, zu wenig Verspieltheit, zu wenig zu gucken und zu entdecken audiovisuell. Alles bleibt eher trocken, theoretisch und verquatscht. 


Fazit: atmosphärische, aber auch oberflächliche und sehr simple One-/Two-Man-Hüttenshow, die leider nie genug Fahrt oder Spannung aufnimmt. Lang bleibt aber natürlich über jeden Zweifel erhaben. 

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