Review

Dem Regisseur, Autor und Produzenten Lucky McKee verdankt das Horror- und Thrillergenre ein paar moderne Klassiker (MAY, THE WOMAN) und solide Beiträge (RED). Doch mit seinem jüngsten Film begibt sich McKee auf das Niveau unausgegorener Episoden längst abgesetzter TV-Serien wie OUTER LIMITS oder der unsäglichen TWILIGHT ZONE Reboots. 

OLD MAN ist als Theaterstück für zwei Personen angelegt und weckt ungute Erinnerungen an BREATHING IN (2023, Jaco Bouwer), der sein Thema (soweit vorhanden) auf ähnlich prätenziöse Weise aufplusterte. Der „alte Mann“ (Stephen Lang, das einzig Sehenswerte hier), erwacht in seiner abgelegenen Hütte und erhält Besuch von einem Joe, der vorgibt, sich verlaufen zu haben. Doch sein großes Jagdmesser macht den alten Mann stutzig. 

Die nächsten 90 Minuten könnten nun ein ebenso intelligentes wie spannendes Katz-und-Maus-Spiel ergeben, doch die Dialoge drehen sich im Kreis, der Film hat zudem Metaphysisches im Sinn und spekuliert auf ahnungslose Zuschauer, die sich vom überraschenden Ausgang der Begegnung verblüffen lassen. Doch die Zuschauer sind bereits nach wenigen Minuten sanft entschlafen, auch wenn McKee versucht, über kurze Gewaltspitzen in vereinzelten Flashbacks die Aufmerksamkeit hoch zu halten. 

Es nützt alles nichts: Der Film ist sichtlich billig produziert, die „Story“ hätte für einen Kurzfilm gereicht und hätte man nicht den Namen des Regisseurs im Vorspann gelesen, würde man nicht glauben, dass hier ein solch erfahrener und meist talentierter Filmemacher am Werk war. Der nächste Film darf dann gerne wieder mal knallen.

Details
Ähnliche Filme