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Eine schrecklich nette Familie zum Knutschen...


Die Leichen-im-Keller-Sammlung-Thematik ist nicht neu, Martin Owen wollte neuen, frischen Wind hineinbringen. Doch der britische Regisseur hatte es bis jetzt nicht leicht in seiner Filmografie; entstanden doch nur halbgare und durchschnittliche Werke wie "Killers Anonymous" oder "Let' s be Evil", so sollte es letztlich bei seinem Neuling "The Loneliest Boy in the World" nicht anders sein. Mit recht unbekannten Darstellern bestückt und schmalem Budget, das trotzdem aus vielen verschiedenen Produktionsfirmen erfolgte, erstaunt es ein wenig, das Charlie Sheen Bruder Emilio Estevez als Storymitschreiber seine Finger mit in dem Projekt hatte.

Der junge Oliver wurde nach dem unglücklichen Tod seiner Mutter in einer Nervenheilanstalt untergebracht. Ein Richter ordnete an, er dürfe in seinem Elternhaus weiterleben, falls er es schaffe, einen Freund zu finden, Kontakte zur Aussenwelt also knüpfen, ansonsten müsse er zurück ins Sanatorium. Um dies zu gewährleisten, werden ihm zwei Mitarbeiter des Sozialamtes zugeführt, die als nach dem rechten schauen. Als Oliver wieder einmal das Grab seiner Mutter besucht,kommt ihm der Gedanke, frisch bestattete Leichen auszubuddeln und sie zu seiner Familie umzufunktionieren. Was zunächst als Leichensammlerei aussieht, entpuppt sich später als merkwürdige Wiederauferstehung von den Toten. Plötzlich stehen die Leichen quicklebendig auf der Matte und führen mit Oliver ein stinknormales Familyleben. Doch einer der Sozialarbeiter hat einen Verdacht.

Was nach Horrorfilm deutet, kommt eher nur annähernd in diese Richtung. Martin Owen versuchte irgendwie, verschiedene Genreversatzstücke ineinanderzupuzzeln, um einen eigenen Mischmaschstil zu kreiern. Heraus kam dabei leider nur eine unausgegorene Mixtur aus Komödie, Tennie-Romanze, Drama und auch Elementen des Untoten-Horrors. Diese makabre Aussenseiterstory strotzt nur vor überspitzten Figuren und morbiden Humor, glänzt ziemlich schräg, grenzt dabei hart am Brit-Slapstick an. Auch wenn in effectu die absurd nekrophil anmutende Klamotte, die zugleich Gesellschaftssatire und eine für sich gesponnene Art von Selbstfindungstrip widerspiegelt, kitschig erzählt wird, lasst es sich Owen nicht nehmen , den zu anders gewohnter Filmware geneigten Zuschauer, mit ein paar ekligen Bodypartszenen zu amüsieren, oder zu schocken, wie auch immer. Spannung kann man bei dieser Chose kaum erwarten, es kommt keine auf. Dafür werden immerhin ein paar gängige, hörbare 80er Jahre Songs eingespielt, die für Laune sorgen, aber den Rest des Filmes nicht wett machen können; auch der schlecht animierte Leichenhund lädt eher zum unglaubwürdigen Kopfschütteln ein, als zum schmunzeln. Überhaupt muss man eine sehr spezielle Art des Humores pflegen, um hier mithalten zu können. Obwohl sich der Low Budget Streifen in den Zwischentönen ernst nimmt, ist die Grundstimmung eher von zynischem Nekrophiliewahn gezeichnet und dementsprechend auch bissig-makaber witzig.

Für Liebhaber seltsamer Kuriositäten und British-Laughing. Unreifes und verquastes Genre- Tohuwabohu mit galligem Leichenhumor und saftigen Körperteilekelszenen. Hätte mehr sein können, war es leider nicht, trotzdem unangenehm unterhaltsam.


Ist die FSK:16 Freigabe gerechtfertigt? Japps, So manche Bodypartszenen sind schon fürchterlich eklig und nix für sensible Mägen.


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