Keiner will in die Pflege
„The Accursed“ schickt eine junge Frau alleine in ein Waldhaus zur Pflege einer älteren, kranken Dame im Bett. Ihre gerade verstorbene Mutter hätte die im Sterben liegende gekannt und versprochen, dass ihre Tochter helfen würde. Eine gute Idee, wenn die selbst noch gar nicht den familiären Verlust verarbeitet hat? Oder wenn sie womöglich dämonische Kräfte in Menschenkleidern betreuen soll?!
Die Idee der aus dem Mund kommenden Dämonenhand klingt auf dem Papier nicht toll oder neu, man denkt etwa an Raimis Stil - ist in „The Accursed“ aber toll umgesetzt. Schon im flotten Intro. Kein Wunder, dass dieses Motiv auch für das Poster herhalten musste. Ansonsten ist es schön mal Mena Suvari wiederzusehen und manche benutzten Muster sind nicht umsonst Alltimer und werden immer zumindest oberflächlich funktionieren. Die Frauen sind allesamt hübsch anzusehen. Das finale Monster ist okay designt. Doch ansonsten war’s das schon unter'm Strich. Wenn selbst die Figuren spöttisch kommentieren, dass sie sich auch in einem 08/15-Horrorfilm befinden könnten, dann sagt das schon einiges über den Film und seine Autoren aus. Hilflosigkeit per excellence und die schlechteste Art von Augenzwinkern. Das Intro wird leider nicht mehr erreicht, die Figuren bleiben blass, das eine einzige wirkliche Set ist schnell ausgereizt und nahezu jede Einstellung und Szene kann man voraussagen und kommt einem bekannt vor. Insgesamt führt das also noch zu weniger als Stangenware. Selbst die hypnotischen Augen von Kultstar Meg Foster sieht man kaum, wenn ihr Charakter die meiste Zeit schläft.
Fazit: oberflächlich recht hochwertiger, inhaltlich und kreativ ziemlich leerer „Ich betreue abgeschieden eine bettlägerige Frau mit teuflischer Vergangenheit“-Grusler. Hat man schon oft besser gesehen und „The Accursed“ ruht sich darauf aus.