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Nachdem der Plan, koreanische Schwerverbrecher von den Philippinen per Flugzeug in deren Heimat zu überführen, scheitert, verfrachtet man die mörderische Baggage eben auf ein Schiff. Mit an Bord sind einige Kräfte der Polizei und es kommt, wie es kommen muss – die Meute befreit sich und randaliert. Allerdings wissen beide Parteien zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass in den unteren Etagen noch ein ganz anderes Monster schlummert.

Dazu gibt es das bekannte Overacting, das auch mal anstrengend sein kann. Hierfür hat man aber auch die entsprechenden Figuren an Bord und zwar sowohl auf der Seite der Kriminellen, als auch der Polizei. Sympathieträger sucht man da vergebens, wobei die Charakterzeichnung wohl auch nie der Schwerpunkt des Skripts gewesen sein dürfte.Dieser liegt sichtbar woanders, denn zimperlich ist "Project Wolf Hunting" keineswegs. Die rote Suppe spritzt, verursacht durch allerlei Werkzeug und deren Einwirkung auf die zahlreichen Individuen, von denen jeder locker 15 Liter Blut im Körper hat. Es wird geprügelt, gematscht, geschnitten und gerissen – nein, Realismus sollte man hier nicht suchen. Das ist aber okay, denn beabsichtigt war das auch nie. Allerdings kommt das Gemetzel in solch einer Frequenz und Härte, dass man schnell abstumpfen mag und so beginnt sich der Film irgendwann zu ziehen. Denn was bleibt abseits der zugegeben gelungenen Effekte?

Die Geschichte ist zweckdienlich, lässt immer mal wieder Erklärungen oder Rückblenden los und bastelt sich aus Versatzstücken bekannter Vorbilder wie "Predator", "Universal Soldier", "Men behind the Sun", "Con Air" und Konsorten ein Konstrukt um die Splatterszenen zusammen. Allerdings trägt sich das nicht über die Laufzeit von zwei Stunden, dafür ist das dann doch zu dünn. Das fangen auch die Figuren nicht auf, die sich mitunter strunzdumm verhalten und lieber tatenlos rumstehen, während um sie herum einer nach dem anderen gemeuchelt wird. Dies begleitet vom überzogenen Sounddesign, bei dem jeder verspritzte Milliliter hörbar gemacht wird. Da freut sich der Gorehound, der hier durchaus fündig werden sollte.

Unterm Strich ein effektvolles Blutbad mit überzeugenden, wenn aufgrund ihres überbordenden Einsatzes auch nicht ernstzunehmenden Effekten, das sich inhaltlich an manch anderem Werk bedient und mit zwei Stunden deutlich zu sehr ausufert. Irgendwann ist das Gemetzel trotz technischer Ansehnlichkeit redundant und weder die teils anstrengenden Charaktere, noch die rein zweckdienliche Geschichte rechtfertigen diese Laufzeit. Für Funsplatter zu unlustig, für den echten Horror nicht wirkungsvoll genug – "Project Wolf Hunting" sitzt einfach zwischen den Stühlen.

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