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In einer Stadt geht der brutale Massenmörder Horace Pinker um. Der Collegeschüler Jonathan Parker besitzt die Fähigkeit, mit Hilfe seiner Träume in die Zukunft blicken zu können. So gelingt es auch, Pinker auf dem elektrischen Stuhl hinzurichten. Doch damit sind dessen Greueltaten noch lange nicht beendet...
"Shocker" ist insgesamt gesehen sicherlich einer der schwächeren Filme von Wes Craven. Die Grundidee ist sehr originell, erinnert aber bisweilen auch an die "Nightmare On Elm Street"-Reihe, denn auch dort spielen die Träume eine große Rolle, und der grausame Killer besitzt ebenso übersinnliche Fähigkeiten, nachdem er hingerichtet wurde.
Über weite Strecken ist "Shocker" von einer bedrückenden Atmosphäre geprägt, ehe der Film zum Schluß zu einer Art Selbstparodie avanciert und daher auch an Humor gewinnt, so daß von dem ursprünglichen Grauen nichts mehr übrigbleibt. Beim Finale nämlich bekämpfen sich Pinker und Jonathan auf diversen Fernsehprogrammen, d.h. sie werden zu Akteuren in alten Kriegsfilmen oder in aktuellen Quizshows, was sehr nett anzusehen ist.
Doch damit treten auch einige Schwachpunkte an den Tag: "Shocker" soll letztendlich zwar lustig sein, aber unfreiwillige Komik war bestimmt nicht Cravens Absicht. Die Idee, Parkers tote Freundin als Geist wieder auferstehen zu lassen, dient vielleicht noch dazu, die Spannung aufrecht zu erhalten, denn ohne ihre Hilfe wäre der Hauptdarsteller gewiß ziemlich aufgeschmissen. Das kann man vielleicht gerade noch durchgehen lassen. Dennoch stellt sich die Frage, warum nicht auch alle anderen Opfer Pinkers als Geist auf die Erde zurückkehren. Warum nun ausgerechnet lediglich Parkers Freundin?
Lachhaft dagegen ist dann der Gegenstand, durch den Parker schließlich seine übersinnlichen Kräfte erlangt. Es ist nichts anderes als die Kette seiner toten Freundin, die ihm die Möglichkeit gibt, wie Pinker in elektronische Haushaltsgerät - wie einen Fernseher - einzudringen. Warum soll eine stinknormale handelsübliche Kette, die es in jedem Juwelierladen zu kaufen gibt, magische Kräfte besitzen? Also, ich bitte Sie, Herr Craven! Das ist alles sehr weit hergeholt, um ein ungewöhnliches Ende möglich zu machen.
Peter Berg, unser Hauptdarsteller, einigen sicherlich bekannt aus einer berühmten amerikanischen Krankenhausserie oder als Regisseur der kranken Komödie "Very Bad Things", ist aber der größte Minuspunkt des Horrorfilms. Seine Mimik soll oftmals Angst ausdrücken, wirkt aber weitestgehend hölzern und sorgt dafür, daß er nicht gerade die perfekte Identifikationsfigur abgibt. Da gefällt doch eher Mitch Pileggi in der Rolle des gemeingefährlichen Mörders, von dem die ganze Bedrohung ausgeht. Mit der Auswahl dieses Schauspielers hat Craven den Nagel auf den Kopf getroffen.

Fazit: Stellenweise unfreiwillige Komik sowie ein schwacher Hauptdarsteller trüben den positiven Gesamteindruck dieses einfallsreichen und ziemlich spannenden Horrorfilms.
GESAMT: 6/10 (Unterhaltungswert: 6 - Handlung: 7 - Schauspielerische Leistungen: 5 - Kameraführung/Atmosphäre: 8 - Musik: 6)

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