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Bei dem Versuch, Brooklyn vor einer Überschwemmung zu retten, werden die Klempner-Brüder Mario und Luigi in der Kanalisation von einer merkwürdigen grünen Röhre eingesogen und in eine andere Dimension transportiert: Während Mario im Pilzkönigreich landet, das von der hübschen Prinzessin Peach regiert wird, verschlägt es Luigi ins Dunkelland, von wo aus der mächtige Despot Bowser mit seiner Armee von Koopas und Goombas die umliegenden Königreiche einnimmt. Um Luigi aus seiner Gefangenschaft zu befreien, begeben sich Mario und Prinzessin Peach prompt auf Rettungs-Mission. Um jedoch gegen Bowser gewappnet zu sein und zu verhindern, dass auch das Pilzreich fällt, benötigt man die Unterstützung des Affenkönigs Cranky Kong und seiner Armee, die dieser nur dann gewillt ist zuzusichern, wenn Mario seinen Sohn Donkey Kong im Zweikampf besiegt... 30 Jahre nach der ersten, wenig wohlgelittenen "Super Mario Bros."-Verfilmung mit Bob Hoskins und John Leguizamo gibt es nun mit "Der Super Mario Bros. Film" eine erneute Adaption des zugrundeliegenden Nintendo-Games, die als Animations-Streifen die Vorlage wesentlich genauer trifft, was Look und Design anbelangt... und zudem auch noch "Super Mario Kart" und "Donkey Kong Country" in einer Tour mit in die Waagschale wirft, 'cause why not? Das Komitee hat gesprochen und dafür gesorgt, dass die Angelegenheit dieses Mal derart mit bekannten Figuren, kleineren Verweisen und Easter-Eggs vollgestopft wurde, um bereits im Vorfeld absolut auf Nummer sicher zu gehen, dass die anvisierten Zielgruppen (sprich: Kids im Grundschul-Alter und Gamer-Nerds über 40, für die jede Hilfe zu spät kommt) auch garantiert vollumfänglich abgeholt werden, was dann auch prima funktioniert hat, wie man am weltweiten Einspielergebnis sehen konnte, denn das Ding hat mal echt hüben wie drüben am Boxoffice abgeräumt wie blöde. Wie heißt es doch so richtig, gib dem Bauer zu fressen was er kennt, dann isser happy (oder so ähnlich)! Nun ja, nur ein überragend guter Film ist auch diese 2023er-Version aber leider nicht geworden... und tatsächlich mag ich den alten Realfilm trotz aller Macken und Idiotien im direkten Vergleich sogar wesentlich lieber, denn der hatte zumindest noch ein eigenes Profil und war auch nicht mit den typischen, schmalzigen Familienfilm-Messages verkleistert, die einem nun zum Ende hin hart mit dem Holzhammer eingebläut werden. Ein besserer Titel wäre dann aber doch "Der Super Mario & Prinzessin Peach Film" gewesen, denn ganz dem aktuellen Zeitgeist in Punkto unproblematischer Darstellungen von Geschlechter-Rollen gibt Luigi hier die entführte Damsel in Distress, während Peach mächtig den Girlboss raushängen lässt. Formal gibt es zwar nichts zu beanstanden, aber inhaltlich ist das Ganze trotz einiger rasanter Action-Sequenzen leider nurmehr langweilig, denn die dünne Handlung wurde da lediglich nach der immergleichen, altbekannten Kiddie-Fantasy-Schablone zusammengebastelt... aber wegen der Geschichte sieht sich das hier auch niemand an, oder? Wenigstens wird (fast) nicht gesungen, lediglich Jack Black, der im Original den Bowser spricht, gönnt man eine kurz angerissene Song-Einlage am Klavier. Fazit: Als poppebuntes Animationsfilm-Abenteuer für die ganz Kleinen im Publikum wohl gerade noch so akzeptabel, schätze ich... es ist ja nie zu früh, um auf Marken und IPs geprägt zu werden...

5/10

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