Review

Cover mit Titten zu billigen Actionfilmen scheinen ihre Wirkung zu haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum der mir bis zu Hard Ticket to Hawaii unbekannte Andy Sidaris in einer ihn huldigenden Serie eine solche Auswahl trifft / getroffen bekommt und warum dies Schundfilmkonsumenten wie mich direkt anspricht.
Dabei wird in diesem B-Film typischen, etwas unkonventionellen Genremix, auch gar nicht erst mit Halbgas angefahren. Es gibt schonmal ein paar Busen zu bestaunen und zwei Blondinen starten mit Passagieren und einer Schlange als Fracht zu ihrem nächsten Flug. Die beiden sind nämlich durchaus emanzipiert und arbeiten als Piloten einer kleinen Maschine auf Hawaii.

Einsame Insel, Leute abgesetzt, ein bisschen noch im Paradies gespielt, wo man schonmal da ist. Da schicken Schmuggler einen Modellhubschrauber hinüber und die beiden Hübschen kommen den eigentlichen Empfängern zu vor, entnehmen dem Helicöpterchen zwei Döschen. Doch zum Ansehen dieser Minifracht kommt es nicht, schiessen die etwas unterbelichteten Ganoven doch dazwischen. Gut, daß die beiden Damen wohl gar heldenhafte Ambitionen und daher auch gleich Ninjasterne und ein Nunchaku im Gepäck haben.

Während die Blondies nun schon unterwegs waren, stellte sich zudem heraus, daß sie die falsche Schlange eingepackt haben. Das könnte gefährlich werden, ist sie doch "vergiftet". Damit haben wir zur Schmugglerstory nun noch einen gelungenen Nebenplot, denn natürlich wird das Vieh ausbüchsen, ist doch klar. Das sorgt dann nauch für Abwechslung zwischen angesäuerten Schmugglern und hinzustoßenden "geheimen Agenten".

Während die Synchro von Hard Ticket to Hawaii sich an unfreiwillig komischem Wortwitz zu Gunsten eines durchaus flüssigen Storyverlaufs zurückhält, erfreut sich der Genrefan an wenigen billigen, jedoch effektiven Splattereinlagen, weiblicher Eleganz und vor allem einem wohl magischen Rocket Launcher, der ebenso auf 2 Meter Entfernung im geschlossenen Raum funktioniert, wie auch eine so enorme Druckwelle produziert, daß diese schon vor der einer Silvesterrakete gleichenden Explosion ihre Wirkung entfaltet.

Man merkt, für beinharte Actionfreunde ist diese Produktion genauso wenig etwas, wie für Fans von Erotikthrillern oder Tierhorror. Wer sich jedoch für seicht und ungezwungenen Umgang mit oben genannten Thematiken auf einem niedrigen Kostenniveau begeisterungsfähig zeigt, dem wird Hard Ticked to Hawaii wohlig vor den Sinnesorganen vorbeiplätschern. Noch ein Film also, dessen Fehlen die Welt niemals bemängelt hätte, der mir aber bei dessen Betrachtung alles andere als Schmerzen zugefügt hat.

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