Zweiter 'Teil' der sogenannten Triple-B Reihe (=Bullets, Bombs and Babes) von Andy Sidaris, die thematisch mit den drei Schlagworten klar bezeichnet werden und in denen es narrativ natürlich unabhängig voneinander und nicht etwa aufeinander aufbauend um diverse Aufträge einer 'Agency' mit zuweilen häufiger auftretenden Protagonist(inn)en geht. Mehr Aktion als Crime, mehr Nackedei oder die Andeutung davon als Sex, dazu ab hier fast stets Hawaii als einladende Location, eine übersichtliche Laufzeit des Ganzen und eine zumindest visuell schicke Preiswertigkeit, quasi oder auch de facto verfilmtes Playboy-Material. Nur noch mit Schießereien per Plastewaffen, einigen glorreichen Blutpäckchen und etwas Spektakel inklusive einem ausgesucht brutalen Finale, falls einem nach 10min Frauenschauen und all den weiblichen und männlichen Bimbos in der Szenerie die Langeweile aufgeht.
Honolulu. Beim Liefer- und Shuttleservice Molokai Cargo unter Führung von Dickson [ Richard LePore ] als Pilotinnen angestellt, stoßen die beiden eigentlich als Undercover tätigen Donna Hamilton [ Dona Speir ] und Taryn [ Hope Marie Carlton ] eines Tages auf einer entfernten Insel einen florierenden Drogenhandel, wobei sie vom lokalen Boss Seth Romero [ Rodrigo Obregón ] auch entdeckt und entsprechend dessen von ihm und dessen Käufer Mr. Chang [ Peter Bromilow ] bald gejagt werden. Die Mädels wenden sich an ihren Freund und Kollegen Rowdy Abilene [ ein Seifenopern-Schönling: Ronn Moss ], der auch seinen kampfsporterfahrenen Kumpel Jade [ ein Pumpbruder mit dem schlechtesten Nahkampf aller Zeiten: Harold Diamond ] an Bord weiß. Zusätzlich ist eine höchst gefährliche und mit toxischen Giften gefüllte Riesenschlange ausgebrochen und wird bald Notstand ausgerufen.
Nach dem Startschuss Malibu Express (1985), dessen Inhalt nicht fortgesetzt wird, hier aber die Yacht des dortigen Protagonisten, dieser auch erwähnt und hier dessen Cousin anwesend ist, wird in Hard Ticket to Hawaii erstmals tatsächlich das Fundament für die weitere Behandlung der Reihe gelegt. Der Cousin ist einer von vielen und nicht Hauptdarsteller wie dort, die Aufmerksamkeit liegt bei den Damen, die auch fortfolgend die präsenten Rollen spielen und hier vorgestellt und eingeführt werden. Die Behandlung der Credits wird erneut in kreativer Art und Weise und vergleichsweise aufwendig gehandhabt während auch hier ein Intro stattfindet, dass mit seinen zwei toten Polizisten beim unfreiwilligen Ertappen eines großangelegten Drogenhandels durchaus zu Recht seine Aufmerksamkeit beim Publikum schürt. Zudem ist auch erkennbar mehr Wert auf eine Visualität des Ganzen gehalten, der Film zuvor mit seiner kalifornischen Location hatte auch seine Zeigefreudigkeit zu bieten, werden hier auf Honolulu aber Sonnenauf- und untergänge und Naturaufnahmen par excellence gefeiert, ordentlich beleuchtet und dekoriert, und die Frauen der Szenerie auch folgerichtig mit luftiger Kleidung und ohne störenden BH selbst noch im Dienste der Nation präsentiert.
Die Geschichte, wenn man das so nennen mag, braucht dabei ein wenig um zum Ziel zu kommen, hat vielleicht Inhalt und plumpe Sprüche für 30min und wäre ohne die Zutat mit der kontaminierten Schlange auch bestenfalls generisch angelegt; die Beifügung mit dem Spiel mit dem Tierhorror sowie eine gespielte Ernsthaftigkeit des Ganzen plus allerlei Absurditäten gibt dem Sujet erst die richtige Würze und auch das gewisse positiv naive Flair. Ansonsten wird das erste Drittel eher in den Tag hinein gelebt und im Mittelteil etwas Hasche gespielt, der Ärger im Paradies ist zwar schon angekündigt, aber noch weit entfernt und dramaturgisch wie gewohnt ungenügend. Ein Luxusleben dort, wo andere Urlaub machen, ein Schwelgen in Luftbildern von noch unberührter Inselpracht und der träumerischen Ewigkeit direkt vor der Haustür oder nur einen kurzen Ausritt mit dem Segelflieger entfernt. Zwei kurze Auseinandersetzungen nacheinander mit jeweils verschiedenen Schergen des Drogenhändlers, darunter auch ein Überfall auf das traute Heim sind eher holterdiepolter und mühsam mit Schnitten mangels tatsächlicher Actionchoreografie oder (abseits einiger Effektshots) auch nur den Hauch einer Ahnung davon inszeniert, wenigstens kommt der Wurfstern der Ninjas zum Einsatz und wird auch mal mit dem kleinen Damenrevolver in das Gesicht des Gegenübers (getroffen und vorher auch dahin) gezielt.
Ansonsten Dialoge wie "good breasts are a great asset." und entsprechend viele Aus-, An- und Umziehszenen, massig Hotpants und Dauerwelle, eine eingeölte Bodybuilderin mit Nunchakus, ein Attentäter per Skateboard und aufgeblasener Sexpuppe in der Hand als Tarnung, die Vernichtung des Angreifers (und seiner Sexpuppe) mit einer Bazooka, was ein bisschen Übertöten und wie Kanonen auf Spatzen schießen ist, mehrere Menschenopfer durch die Giftnatter, eine Wache wird mit dem Frisbee getötet, davor ein ausgedehnt langweiliges Cameo vom Autor und Regisseur, dem alten Stenz Sidaris höchstpersönlich. Der Film sollte Mitte der Nullerjahre nach einem Wieder- und Neuentdecken der Laufkundschaft durch Battlezone Hawaii fortgeführt werden, aufgrund einer tödlichen verlaufenden Erkrankung des Filmemachers kam es dazu nicht mehr.