Review

Urlaub für die Trashseele

In den letzten Jahren sind einige Actionschinken aus den 80ern zu neuer und höchstkultiger Popularität gelangt, weil eine ganze Generation, die (leider?) genauso gerne mit wie über solche Machwerke wie „Samurai Cop“, „Miami Connection“, „Deadly Prey“ oder „New York Ninja“ lacht, diese wiederentdeckt und mehr feiert denn je. Ob aus den richtigen Gründen oder nicht - und was überhaupt die „richtigen“ Gründe sind - lasse ich mal dahingestellt. Filmspass ist (nicht gleich) Filmspass. Oder so ähnlich. Jedenfalls steht „Hard Ticket To Hawaii“ genau auf dieser Liste und zeigt Regisseur Andy Sidaris in potentester Topform. Er erzählt hier ohne Rücksicht auf Logik oder Verluste von zwei prallen Geheimagentinnen, einer entkommenen, genmanipulierten Riesenschlange, kostbaren Diamanten und gefährlichen Drogenbossen - alle natürlich im himmlischen Hawaii, wo besonders attraktive Frauen scheinbar nur mit Textilallergie eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen… 

Der ultimative „Sidaris“?!

„Hard Ticket To Hawaii“ bietet mehr nackte Brüste als der durchschnittliche Playboy, mehr Hawaii als das Wort Aloha, mehr Anaconda als J.Lo je gesehen hat und mehr Bazookas als Arnie in seiner Filmographie zusammengenommen trug. Es werden Inmineskater und Gummipuppen über den Haufen geballert, es wird gekuschelt, geflirtet und gepimpert was das Zeug hält, es werden jeglicher Sinn oder jeder Spannungsaufbau über den Haufen geworfen. Ein köstlicher Flickenteppich, der einfach mal urlaubsreif alles an die Wand wirft und guckt, was denn so überraschend hängenbleibt. Und das ist mehr als man denkt. Ganz klar schon damals als Parodie angelegt. Tonal darin mitsamt seines Tierhorrors (!) und Actionsplatter (!) aber nicht immer ganz klar. Und wegen diesem stupiden und gänzlich oberflächlichen Wahnsinnsmix dann eben nochmal köstlicher als eh schon. Ein pubertärer Filmtraum. Quatsch mit Sauce aus der Hose. Trashig, bescheuert, maximal unterhaltsam. Und jedes Mal, wenn er Gefahr läuft doch mal Leerlauf zu haben, kommen eben wieder Brüste. Und die können sich hier in grösster Formenvielfalt sowas von sehenlassen. Genauso wie eine tödliche „Ninja-Frisbee“, die ja eh schon in die Annalen eingegangen ist. „Hard Ticket To Hawaii“ macht auf seine nerdige Art einfach eine Menge richtig falsch. Und Bock. Und ist das Gegenteil eines Qualitätsfilms. Alle Beteiligten können stolz auf sich sein. Oder auch nicht. Egal. Für mich war das bonkers Balsam. 

Der perfekte Pärchenfilm

Fazit: viel Brüste, viel Sonne, viele Lacher, viel Wow, viel Action… und eine Riesenschlange! Die hätte es hier eigentlich auch um den Kinoblocks geben müssen - denn „Hard Ticket To Hawaii“ ist ein Klassiker der käsig-schlechten Geschmacksschule! 

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