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Etwas mehr als 15 Pfund sollte man schon für einen Fantasyfilm investieren und auch der britische Regisseur Lawrie Brewster hatte wohl ein Einsehen, dass seine offensichtlichen Vorbilder „Herr der Ringe“ und „Game of Thrones“ deutlich mehr verschlangen. Folgerichtig wurde eine Kickstarter-Kampagne ins Leben gerufen, die augenscheinlich nur bedingt erfolgreich verlief.

Im Reich Agonos sind sämtliche Drachen besiegt und mit Abaddon herrscht ein Dämonenfürst, der ein ganzes Königreich unterjocht. Doch der Drachenritter Braedyn gibt den Kampf gegen das Böse nicht auf und sucht mithilfe einiger Gefährten den möglicherweise letzten Drachen…

Auch 70.000 Britische Pfund sind für ein Fantasy-Projekt epischen Ausmaßes geradezu lachhaft, aber zumindest kann sich der Drache, der vielleicht insgesamt zwei, drei Minuten auftaucht, computertechnisch sehen lassen. Auch die aufeinander treffenden Armeen zum Finale sind einigermaßen passabel generiert, doch davor latschen schlicht zu wenige Leute durch einen austauschbaren Wald.

Der Held, welcher sich ausschließlich brüllend und grummelnd mitteilt, taugt vielleicht als Drummer einer Metalband, doch den Krieger nimmt man ihm genauso wenig ab wie seiner Begleiterin, die mit reichlich Make-up ihr wenig versiertes Minenspiel noch unterstreicht. Mit dem jungen Gefolgsmann Edwin ergeben sich im Zusammenspiel mit einigen heiteren Melodien zwar Momente der Aufheiterung, doch der biedere Humor zündet nie so wirklich.

Prinzipiell schauen die zahlreichen Antagonisten unter ihren schwarzen Masken, die irgendwie an das Logo von Anonymous erinnern, zwar halbwegs finster aus und die Statisten beherrschen eine taugliche Körpersprache, doch spätestens bei den wenigen Zweikämpfen ist es erneut mit der Glaubwürdigkeit dahin. Bei den Schwertkämpfen entstehen deutlich zu viele Pausen (in denen der Gegner still verharrt, anstatt aus sicherer Entfernung zuzulangen), so dass erst gar keine Dynamik entsteht, was sich zum Showdon nur geringfügig ändert.
Hier wird mithilfe von Nebelmaschine und vielen Distanzaufnahmen überdies kaschiert, dass nur allzu selten Blut fließt, obgleich Klingen häufig mal im Körper landen.

Die dünne Story ohne Überraschungsmomente gibt insgesamt wenig her, bei alledem kommt zu keiner Zeit Spannung auf, ein Mitfiebern ist kaum gegeben und lediglich der Score befindet sich stets auf der Höhe des Geschehens, indem er abwechslungsreich und sauber auf die jeweiligen Befindlichkeiten abgestimmt ist. Die auffallend schwachen Mimen, das ausbleibende Tempo und die eher rar gesäte Action untermauern nur allzu deutlich, dass die geplante Trilogie ziemlich sicher zum Scheitern verurteilt ist.
3 von 10

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