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Grundverschiedene Genres lassen sich nur schwer unter einen Hut bringen, was im Falle des Debüt-Regisseurs, Co-Autoren und Nebendarstellers Keene McRae umso mutiger daher kommt. Um das Kernthema eines Serienkillers mit den Ausflügen in ein romantisches Drama effektiv zu kombinieren fehlt ihm jedoch schlicht die Versiertheit.

November 1998: Nach dem Tod seiner Freundin Lili fällt der Autor William in ein tiefes Loch und kann kaum mehr von seinen ehemaligen Freunden aufgefangen werden. Gleichzeitig treibt ein Serienkiller sein Unwesen in der Provinz und hat es schon bald auf William abgesehen…

Stoffe über Serienkiller erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und wenn das abgrundtief Böse analytisch betrachtet wird, stellen sich zuweilen recht erhellende Erkenntnisse ein. Hier allerdings nicht, denn die Polizeiarbeit beschränkt sich auf zwei Cops, die vorm Monitor sitzen und Fingerabdrücke vergleichen.

William, der in der ersten Einstellung darüber nachdenkt, sein Leben mit einem Gewehr zu beenden, erscheint von Anfang an unnahbar, gibt fast gar nichts von sich preis, was sich auch im Zusammenspiel mit seinen Bekannten kaum ändert. Als der ehemalige Autor schließlich in die Gewalt des Killers gerät, bricht indes die lineare Zeitachse komplett auseinander und es gibt sogar Rückblicke innerhalb einiger Flashbacks.

Aber auch diese bringen einem die Figuren kaum näher, zumal die Entwicklung der Beziehung übers Knie gebrochen wird und keine Tiefe zulässt. Bruchstückhaft geht es in die neue Wohnung, an den Strand, zur Hochzeit, doch das Ganze wirkt wie ein wahlloser Bilderreigen eines Familienalbums ohne markanten Nährwert. Einzig die bedrohliche Lage in dem mit Plastikfolien ausgestatteten Kellerraum sorgt für minimale Spannung, welche regelmäßig durch Rückblenden untergraben wird.

Den Mimen ist zwar wenig anzukreiden, doch die wesentlichen Darsteller bringen zu wenig Persönlichkeit mit, um etwaige Lücken zu füllen, während der Killer, dessen Identität im übrigen viel zu früh entlarvt wird, ebenso wenig Charisma mitbringt, um die notwendige Grimmigkeit auszustrahlen. Ein paar blutverschmierte Requisiten, taugliches Make-up und eine einzige Gewalteinlage können dem natürlich nicht entgegen wirken.

Hin und wieder punktet der melancholische Grundton innerhalb der trostlosen, ländlichen Umgebung, der Score ist weitgehend sauber abgestimmt und handwerklich ist, bis auf einige Beleuchtungsfehler und damit verbundenen Kontinuitätslücken wenig anzukreiden.
Die sprunghafte Erzählweise mit Entführungsszenario und verschachtelten Rückblicken erstickt hingegen jeden Anflug von Dynamik und Mitfiebern im Keim, die Figuren erhalten kaum Tiefe und das Ende fällt aufgrund zahlreicher Hinweise komplett erahnbar aus.
So können sich auch mal 83 Minuten in die Länge ziehen, wenn man von dem unausgegorenen Szenario weitgehend unberührt bleibt.
3,5 von 10

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