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Teilweise, wenn auch vereinzelt gar in den Lichtspielhäusern gelaufener Vertreter der Action-Sexthriller von Andy Sidaris; der dritte und ursprünglich letzte Teil einer damaligen Vertragserfüllung der Malibu Bay Films vor allem mit Kabelsendern wie Showtime, Cinemax oder HBO, die dergleichen Erzeugnisse für erwachsenes Publikum zu spätnächtlicher Stunde zeigten. Aufgrund des großen Anklangs und der sonstig erfolgreichen Rechteverwertung global in den Videotheken hat der ehemals für ABC Sports u.a. tätige Sidaris hiernach noch einmal aufgestockt und wurde eine erneute Bestellung über weitere fünf Filme und damit der Ausbau zu einer eigenen Reihe mitsamt Reputation und Markenzeichen bis heute geltend fundamentiert:

Nach der Ermordung des Großkriminellen Salazar, Spitzname 'Picasso Trigger' [ John Aprea ] nimmt sich Gangsterboss Miguel Ortiz [ Rodrigo Obreon ] auch diverse L.E.T.H.A.L. (=Legion to Ensure Total Harmony and Law) Agenten vor, so dass die übergebliebenen wie Travis Abilene [ Steve Bond ], Donna Hamilton [ Dona Speir ], Taryn [ Hope Marie Carlton ], Jade [ Harold Diamond ], Edy Stark [ Cynthia Brimhall ] mit Unterstützung des technischen Genies 'Professor' [ Richard LePore ] und der extra aus Frankreich angereisten Pantera [ Roberta Vasquez ] zum Gegenangriff übergehen.

Der im Original betitelte Picasso Trigger schafft die Verbindung zu den beiden Vorgängern Malibu Express und Hard Ticket to Hawaii dabei durch einen erneuten Abilene-Verwandten als 'Ermittler' in der Geschichte, war zuvor der Privatdetektiv Cody Abilene auf der Spur russischer Computerkrimineller und sein Cousin Rowdy Abilene hinter einem Drogenboss her, so ist nun Travis Abilene, Verwandtschaftsgrad unbekannt (mitsamt dreier weiblicher Mitstreiter aus Teil 2) zuständig und die Geschichte persönlicher und – wichtig – mit mehr und auch vergleichsweise besserer Aktion, darunter auch der brutale Nahkampf von einem Fettibär gegen zwei andere Fettibären angelegt.

Wurde im Vorgänger verbal immer wieder die Verbindung zu 007 gesucht (und nicht gefunden), so ist hier nun ein echter Bond, Steve Bond nämlich und das nach einer kleinen Rolle in General Hospital und dann natürlich zu Beginn auch stilecht in hautenger Badehose (und natürlich auf der "Malibu Express" residierend) anwesend. Nach einem diesmal einfach gehaltenen, geradezu enttäuschenden Vorspann geht man dafür gleich in die Vollen wie sein großes Vorbild, werden rasch nacheinander vier Standorte abgeklappert und mit erst Paris und dann Dallas, Honolulu (mitsamt einem Ausflug in der Zuckerrohrbahn von Lahaina nach Puukolii, zum Kapalua Airport und in den Sea Life Park) und Las Vegas die Erzählung auch weltumspannend und international größenwahnsinnig angelegt. Abermals eine Steigerung zu den bisherigen Taten, die sich enger an eine Örtlichkeit hielten und sich dort im Rahmen und deren Grenzen bewegten, wird hier zumindest einleitend so getan, als ob mehr dahinter steckt und eine Spannbreite von Agenten- und Killerstory vorgegeben, die reich in der Personaldecke ist (darunter auch frühe Auftritte von Wolf Larson und Keith Cooke, und die Rekapitulation einesTeammitgliedes aus Seven – Die Super-Profis, 1979) und Begehrlichkeiten weckt.

Drei Attentate in Folge, eines mit dem Scharfschützengewehr, eines per Bazooka aus dem Hubschrauber auf ein fahrendes Auto und zuletzt mit der per Schalldämpfer verstummten Pistole am Strand später, die auch tatsächlich mal vergleichsweise effektiv inszeniert werden, kommen dann auch die ersten Nackedeiszenen zum Vorschein, die Bilder sich im Dessous räkelnder Frauen und die Aufnahmen aus der Dusche, bei denen mit freien Blick auf den Körper nicht gegeizt wird und die voluminösen Brüste von Dona Speir in den rechten Winkel gerückt. Sidaris, der hier scheinbar einen enthusiastischen Sprengstoffspezialisten mit an Bord und den aufgesetzten Humor aus Malibu Express zum Glück hinter sich gelassen hat und sich vielmehr in einem B-Picture mit vielen Ortswechsel, Nichtigkeiten und hier relativ wenig Absurditäten, dafür mehr Bimbotum austobt und da auch besser zu Recht ist, zeigt außer dem Oberkörper und dem Hinterteil natürlich auch hier nichts 'weltbewegendes', die Nackedeiszenen sind im Grunde jugendfrei und ästhetisch im weitesten Sinne gehalten, explizite Details oder auch nur Andeutungen davon sucht man in diesem Universum vergebens.

Das Geplansche und Gebumse selber als Füllmaterial und Streckungsbeilage geht so ab der Mitte des Filmes los, ab da an ist die Geschichte nach zwei weiteren explosiven Attentaten, tatsächlich, und einer Verfolgungsjagd per Motorboot in den Sümpfen beim (mittlerweile) nicht mal mehr 100 Seelen zählenden Uncertain, Texas nämlich komplett ausgetrocknet; da nützt auch eine erneute verbale Zusammenfassung des wenigen bisherigen Geschehens in der Gruppen- und Teamsitzung nichts.

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