Ich neige dazu, Reviews zu schreiben, ohne den jeweiligen Film zu Ende gesehen zu haben.
Dies entweder, weil
- ich schon nach Minuten merke, dass er mir qualitativ inszenatorisch nicht schmecken wird,
- er inhaltich wirklich rudimentär dumm ist,
- er zu vielschichtig ist, um ihn sofort mit der gebotenen Objektivität beurteilen zu können, da er mich in diesem Moment überfordert,
- oder aber, ich ihn "unbedingt kurz sehen" musste, um zu urteilen, dass er tatsächlich so schlecht ist, wie die Anderen sagen.
Nun ja. "Feed me" folgt keinem der oben genannten Punkte. Obwohl mein PC zweimal den Geist aufgegeben hat und ich den Film neu starten musste, so habe ich ihn zu Ende gesehen.
SPOILER ON
Dieser Streifen ist krank. Ohne dieser Prämisse kann man nicht weiter diskutieren.
Oberflächliches Rahmenthema: "Verzweifelte Menschen verkaufen sich, um von einem Anderen qualvoll zerstückelt und gegessen zu werden". Punkt.
Eigentliches Thema: Gibt es nicht, außer man nimmt sich die Zeit, um es hinein zu interpretieren.
Ich habe mir diese Zeit nicht genommen. Warum auch. Ein Film muss entweder Kunst darstellen oder unterhalten.
Dieser Streifen stellt keine Kunst dar, aber er unterhält.
Es gibt einen Psycho, einen Psycho hoch Zehn, zwei junge Frauen in nicht erwähnenswerten Nebenrollen und es stellen sich viele Fragen, wie beispielsweisweise, welche von den Psychos der größere ist. Oder die Frage, weshalb man sich einen solchen Streifen antut, ohne danach eine Abhandlung darüber schreiben zu wollen.
Dies macht ihn nicht zu einem schlechten Filmgenuss, jedoch zu einem hinterfragenswürdigen und gleichzeitig auch leider schnell zu einem vergessenen.
SPOILER OFF
Abgesehen von der Handlung an sich ist "Feed me" recht brutal inszenziert. Ich sah die Uncut-Version und hier geht man keine Kompromisse ein.
Darstellerisch lässt sich Nichts bemängeln, wozu auch? Top Inszenierung, besser als so mancher Hollywood-Sch****.
Untern Strich bleibt nicht Viel, aber Einiges. Ein gut inszenierter Film mit Unterhaltungs-, jedoch ohne Erinnerungswert. Der Gore-Faktor ist hoch, wenn man auf sowas steht,
Ich persönlich bin kein Gore-Fan, aber ich schätze gute Unterhaltung. Und wenn Gore dazu gehört, dann soll es halt so sein. Mir kommt es eher auf die Story an.
Und an der Story mangelt es leider. Aber besser als Nichts oder all die Hollywood-Schinken, welche einem seit Jahren präsentiert werden.
FAZIT: Ganz Ok. Lieb, nett, aus UK, top inszeniert mit guten Effekten und einer letztendlich oberflächlichen Story. Why not?
Von mir 7/10 Punkten