iHaveCNit: Broker – Familie gesucht (2023) – Hirokazu Kore-Eda – Plaion Pictures
Deutscher Kinostart: 16.03.2023
gesehen am 19.03.2023 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 3, Platz 9 – 15:00 Uhr
Das für mich aktuelle Kino-Wochenende scheint sich thematisch, wenn man zumindest eine Gemeinsamkeit zwischen dem französischen „Saint Omer“ und dem vom Japaner Hirokazu Kore-Eda inszenierten, koreanischen „Broker – Familie gesucht“ finden möchte vor allem im Thema einer jungen Frau, die sich gegen ihr Kind entscheidet zu überschneiden. Das koreanische Kino ist eines, für das ich mich in den Jahren immer wieder begeistern kann. Vor allem in diesem Jahr mit „Return To Seoul“, „Die Frau im Nebel“ und „Project Wolf Hunting“ sowie nun auch „Broker – Familie gesucht“ kann sich das koreanische Kino in den ersten 3 Monaten des Jahres sehen lassen.
„Broker – Familie gesucht“ hat mich daran erinnert, dass ich mir nun auch mal unbedingt „Shoplifters“ des Regisseurs ansehen sollte.
Irgendwo in einer regnerischen Nacht in Busan. Die junge So-Young steht vor einer Babyklappe an einem Waisenhaus, legt ihren Sohn Woo-Sung dort ab und zieht von dannen. Dabei wird sie sowohl von zwei Männern als auch den Ermittlungsbehörden beobachtet. Die beiden Männer Sang-Hyun und Dong-Soo nehmen das Baby an sich. Als So-Young sich kurze Zeit später jedoch zugunsten ihres Sohnes umentscheidet, trifft sie auf Sang-Hyun und Dong-Soo, die ihr ganz unbürokratisch dabei helfen wollen, neue Eltern für ihren Sohn zu suchen. Sie willigt ein und macht sich mit den Beiden auf die Suche- ohne zu ahnen, dass die Ermittlungsbehörden sowohl hinter So-Young als auch hinter ihnen her sind und sich später noch der Waisenjunge Hae-Jin dem Gespann anschließt, dass im Laufe der Zeit immer stärker zusammenwächst.
„Broker – Familie gesucht“ ist ein sehr warmherziger, herzlicher aber relativ unaufdringlicher Film, der als gesellschaftliche Tragikomödie nicht nur kleines Gaunerstück und Roadmovie bietet, sondern viele gesellschaftliche Themen wie Elternschaft, Vaterschaft, Mutterschaft, Adoption, Waisenhäuser und damit verbundenen Menschenhandel abbildet, zeichnet und auch im Kontext der koreanischen Gesellschaft verhandelt. Inmitten dieses Gaunerstücks und Roadmovies mag der Film thematisch vielleicht ein wenig zu überladen wirken, aber da der Film nur die notwendige Tiefe den jeweiligen Themen einräumt und eher zu tieferen Diskussionen anregt. Bei all den durchaus komplexeren Konsequenzen, die die Konklussion des Films bietet, liegt der Fokus des Films eher auf der Wohlfühlatmosphäre, die dem Film eine doch herzliche und auch mal in kleinen Ansätzen humorvolle Note gibt und mit einer doch interessanten „Familienkonstellation“ die Sympathien auf seine Seite ziehen kann.
„Broker – Familie gesucht“ - My First Look – 8/10 Punkte.