Russ Meyer, Provokateur in der Filmindustrie, produzierte zusammen mit seiner Frau Eve in den weichgespülten und prüden Hollywoodzeiten der 1960er-Jahre sogenannte Nudies („Nacktfilme“) und Roughies („Gewaltfilme“).
Meyers Leidenschaft für dominante Damen mit riesigen Brüsten ist ebenso legendär wie sein vertrieblich orientiertes Gespür, Gesellschaftskritik mit selbstzweckhafter Exploitation-Unterhaltung zu verknüpfen.
Der Roughie DIE SATANSWEIBER VON TITTFIELD strotzt geradezu vor brutaler Gewalt (von besagten „Weibern“ ausgehend) und erotischen Anspielungen (ebenso von besagten „Weibern“ ausgehend).
Die Damen sind hier nicht nur gut bestückt, sondern spielen ihre gewalttätigen Rollen auch noch breitgefächert aus. Dies war zu der damaligen Zeit alles andere als politisch korrekt.
Russ Meyer als bloßen Busenfilmer abzustempeln, wäre fatal.
Gerade der vorliegende Streifen, in dem übrigens keine der üppigen Damen blank zieht, zeigt sich Meyers Verständnis und sein solides Handwerk für kurzweilige und actionorientierte Geschichten. Dabei kommt die Dramatik nicht zu kurz.
Wer bei DIE SATANSWEIBER VON TITTFIELD einen Softporno erwartet, liegt eindeutig falsch. Der marktschreierische deutsche Titel suggeriert hier breitbeinig Falsches.
Tief dekolltierte Oberweiten sieht man zwar ständig, aber auch vorrangig Russ Meyers Geschick, eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen.
Als Einstieg in die Meyer'sche Busen- und Filmwelt kann ich den Film bedenkenlos empfehlen.