Review

iHaveCNit: Infinity Pool (2023) – Brandon Cronenberg – Universal
Deutscher Kinostart: 20.04.2023
gesehen am 20.04.2023 in OmU (Uncut/NC17)
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 3, Platz 9 – 21:00 Uhr

„Ein Schriftsteller macht einen entspannten Sommerurlaub, der ihn auf gewisse Art und Weise in seinen Bann ziehen und mit unbequemen Konsequenzen und Wahrheiten konfrontieren wird“ - Diese Beschreibung könnte an dem aktuellen Wochenende auf 2 Filme zutreffen – auf Christian Petzolds „Roter Himmel“ aber auch den neuen Film des Sohns von David Cronenberg, Brandon Cronenberg mit dem Namen „Infinity Pool“ mit Alexander Skarsgard und Mia Goth in den Hauptrollen, der mich auf beeindruckende Art und Weise fesseln konnte und zum Glück habe ich die Gelegenheit bekommen, den Film statt in der etwas geschnittenen US-Kinofassung in der ungeschnittenen Uncut/NC17-Fassung sehen zu können.

Der Schriftsteller James Foster macht mit seiner vermögenden Ehefrau Em Urlaub in einem abgelegenen und abgeschotteten Hotelressort eines Staates namens La Tolqa. Dort trifft James auf die faszinierende Schauspielerin Gabi und ihren Ehemann. Noch ahnt er nicht, dass diese Begegnung ihn und sein Leben vollkommen verändern wird, als nach einem Tagesausflug mit Picknick an einem abgelegenen Strand es zu einem tödlichen Verkehrsunfall kommt und er mit dem dortigen Rechtssystem konfrontiert wird.

„Infinity Pool“ mag auf den ersten Blick vielleicht etwas kühl und distanziert wirken, gerade aufgrund seines doch recht cleanen und stellenweise etwas tristen Stils der auf Hochglanz poliert ist. Dennoch bekommen wir hier einen audiovisuell großartigen und berauschend inszenierten Film geboten, der mit seiner durchaus auch stellenweise auftretender künstlerischen Überzeichnung auch kein Problem damit hat, extrem derbe und obszöne Darstellungen von Brutalität und Sex zu integrieren und hiermit einen abgefahrenen, soghaften Horrortrip zu erzeugen. Im Film besticht natürlich Alexander Skarsgard mit einer doch recht uneitlen Performance und auch Mia Goth sorgt für eine extreme fiese und faszinierende Femme Fatale. Einer der Kerne des Films ist dann auch eine sehr auf Extreme gebürstete Satire auf die Konsequenzfreiheit des Wohlstandstourismus selbst für die kapitalistische Elite selbst in extrem totalitär und autoritär geprägten Staaten und Städten wie zum Beispiel in Dubai und dem Rest der V.A.E, die sich in eine regelrecht süchtig machende Purge mit einem Blut- , Drogen- und Sexrausch verwandelt. Interessant ist dann auch, dass der von Alexander Skarsgard gespielte James Foster im Laufe des Films sich immer stärker von seiner Menschlichkeit und auch seiner Männlichkeit entfremden wird, so dass am Ende nur noch das von ihm übrig bleibt, was der Titel seines ersten Buchs gewesen ist – „Die wandelbare Hülle“

„Infinity Pool“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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