Nach Chucky und Annabelle kommt mit „M3gan“ eine weitere Puppe ohne effektive Kindersicherung. Die Namensähnlichkeit mit einer der eingeheirateten Royals dürfte wohl eher zufällig sein, denn hätte man sie Leni getauft, wäre wohl eine gewisse Ähnlichkeit mit der Tochter der Klum aufgefallen.
Gemma (Allison Williams) ist Robotik-Ingenieurin und steht enorm unter Druck, ihrem Boss möglichst rasch ein einzigartiges Kinderspielzeug zu liefern. Als sie ihre 9jährige Nichte Cady (Violet McGraw) bei sich aufnimmt, welche ihre Eltern soeben durch einen Unfall verlor, schlägt Gemma zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie macht Cady mit der Android-Puppe M3gan vertraut, die sich erst im Zusammenspiel mit dem Mädchen entwickeln soll. Allerdings erwächst daraus ein übermäßig ausgeprägter Beschützerinstinkt…
„Model 3 Generative Android“ ist der volle Name des etwa 120 Zentimeter großen Robotermädchens, welches im Verlauf unter anderem Tanzen und Singen lernt, obgleich sie es mit den Originalen nicht immer so genau nimmt. Dem Treiben haftet eine latent zynische Note an und vor allem hinsichtlich erzieherischer Maßnahmen schwingt zuweilen eine schwarzhumorige Note mit, spätestens beim Langziehen von Ohren frecher Buben.
Regisseur Gerard Johnstone (Housebound“) bringt sogar ein paar gesellschaftskritische Ansätze unter, die Themen wie Freundschaft, Bindung und Abhängigkeit anschneiden, die jedoch nie sonderlich in die Tiefe gehen, um den Unterhaltungswert nicht unnötig zu beeinträchtigen.
Dieser lebt natürlich in erster Linie vom Einsatz der Titelgebenden, die in einer Mischung aus Schauspiel und Animatronics wunderbar flüssig zum Leben erweckt wurde und es mit der Mimik glücklicherweise nicht übertreibt, denn dadurch bleibt ihr ein gewisses Maß an Unberechenbarkeit erhalten. Leider ist kaum nennenswertes Blutvergießen auszumachen, zumal einige Szenen nachgedreht wurden, um Abläufe etwas jugendfreundlicher aussehen zu lassen. Folgerichtig wurden die meisten der ohnehin nicht vielen Ableben ins Off verlagert, sehr zum Leidwesen eingefleischter Splatterfreunde.
Ein weiteres Manko des im Kern nicht allzu innovativen Treibens ist seine Vorhersehbarkeit in vielen Phasen der Entwicklung. Es ist kein Geheimnis, dass sich Künstliche Intelligenz in der Regel irgendwann verselbstständigt und folgerichtig sind viele Ereignisse im Groben erahnbar. Überraschungen bleiben aus und selbst das einigermaßen flott gestaltete Finale kommt ohne Wendungen oder doppelten Boden daher.
Dennoch unterhält der Streifen von Ideengeber und Produzent James Wand recht solide, obgleich bei den Mimen aufgrund eindimensionaler Figurenzeichnungen einige Abstriche zu machen sind und die überschaubare Anzahl an Lokalitäten eher selten zur düsteren Stimmung beiträgt. Anzunehmen, dass sich mit „M3gan“ ein weiteres Franchise der Produktionsschmiede Blumhouse entwickeln wird, - dann hoffentlich noch etwas garstiger und blutiger.
6,5 von 10