Review

Wenn Skynet mit Barbies spielt


Egal ob man „M3gan“ Chuckys kleine Cousine oder Baymax' dünnes Tantchen nennt - für die Horrormillionäre bei Blumhouse wird sie in jedem Fall zur neuesten Gelddruckmaschine, da die Werbekampagne zusammen mit ihrem Aussehen auch noch auf einen kleinen TikTok-Tanz treffen. Fertig ist der neueste Killerpuppen-/AI-gone-wrong-Einsteigerhorror. Einfach und simpel. 90 Minuten zwischen Furbies, Sexdolls und „Kümmer dich gefälligst selbst um dein Kind!“-Message voll in die Fresse. Wer den Trailer oder drei Horrorpüppchen dieser Art gesehen hat, weiß was er kriegt. Leider null mehr. Muss ich also wirklich die Handlung nochmal anreißen? Superpuppe, Killer-KI, Egotante, Waisenkind, BFFs, alles geht schief. Aus die Maus, gefährlich diese selbstständige Babyborn-Nachfahrin. 

„M3gan“ hat mich leider nur mager bei der Stange gehalten. Den momentanen Hype und die weitestgehend starken Kritiken kann ich nicht unterstützen. Bei den Kills wird meist früh weggeschnitten, die Stieftante ist fast noch unsympathischer als in ihrer Rolle in „Get Out“, wirkliche Spannung kommt bei dieser Art von Stangenware und Fließbandfutter nicht auf, richtig lustig war er auch nie. Klar, M3gan sieht als Mixtur aus CGI, Puppe und echtem Mädchen grandios und glaubhaft aus. Aber das kann keinen Film tragen, der sich dermaßen stupide an gewohnten und bewährten Versatzstücken abarbeitet. Da war das „Child's Play“-Remake vor ein paar Jahren deutlich voraus und hat viel mehr Spaß gemacht. In „M3gan“ musste ich höchstens schmunzeln, wenn sie passend zu ihrer Legierung Guettas „Titanium“ schmettert - unironisch, trashig, köstlich. Aber ansonsten ist mir das viel, viel zu 08/15. Alles andere als State-of-the-Art. Da hatte ich vom „Housebound“-Macher mehr erwartet. Aber Hollywood kann einem halt schonmal Magie und Energie entziehen. Und wer weiß, wieviel sich das Studio eingemischt hat. Die Schnitte sind wie gesagt ärgerlich unübersehbar. Abschreiben würde ich den Guten also noch nicht. Und bei dem Erfolg läuft die Karriere eh/zum Glück weiter. 

Fazit: das neue, uncanny Killerpüppchen sieht zwar klasse aus, doch insgesamt ist „M3gan“ leider nur so viel wert wie eine Sommersprosse von Chucky. Außerdem merkt man sehr, dass mal eine wesentlich blutigere Version geplant war. Hier war mehr drin! 

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