Japan steht wieder mal am Abgrund . Immer mehr bedrohliche Monster erscheinen und können meist nur in letzter Sekunde zurückgeschlagen werden , woraufhin die Regierung die Spezialeinheit SSSP gründet um Strategien gegen die Kaiju zu entwickeln . Als eines Tages das Monster Neronga die Insel unsicher macht , taucht plötzlich ein riesiger Superheld auf , der das Monster im Nu besiegt . Dieser Superheld , von nun an Ultraman genannt , erscheint jetzt immer , wenn sich Japan und die Welt in Gefahr befinden . Denn nachdem die Kaijus erst einmal besiegt sind , stehen der Menschheit noch allerlei andere Bedrohungen gegenüber ...
... als da wären : der Außerirdische Zarab , der die Menschheit dazu bringen will sich selber zu zerstören , danach der wohlwollende Außerirdische Mefilas , der allerdings absoluten Gehorsam von der Menschheit fordert , und schließlich Ultramans " Vorgesetzter " Zöffy , der schließlich die gesamte Erde zerstören möchte .
Man merkt es schon . " Shin Ultraman " erzählt kaum eine durchgehende Geschichte mit klassischem Spannungsaufbau , sondern erscheint eher wie der Zusammenschnitt mehrerer Folgen einer TV Serie . Vielleicht wurde dies sogar mit Absicht als Stilmittel so geplant , was mich bei Regisseur Shinji Higuchi , der auch für den recht eigenwilligen " Shin Godzilla " verantwortlich zeichnet , nicht überraschen würde .
Auffällig ist auf jeden Fall dessen Vorliebe für ausgefallene Blickwinkel , denn bei " Shin Ultraman " wird man alle paar Momente mit solchen konfrontiert . Ob eine Kamera eine gewisse Zeit lang direkt der Hauptdarstellerin durch die Stadt folgt , zwischen zwei Personen , über Lehnen von Sofas oder durch ein löchriges Wandmuster hindurch gefilmt wird oder man auch mal die Sicht einer Fernsteuerung , die sich in der Hand einer Frau befindet , einnimmt - um originelle Perspektiven ist Higuchi nicht verlegen .
Und wie in " Shin Godzilla " sieht man auch hier oft wie Gruppen von Regierungsbeamten oder anderen Japanern Räume betreten , sich setzen oder durch Flure laufen und nur sehr kurze Szenen spielen . Allerdings fällt dies unterhaltsamer aus , als im Godzilla Gegenstück , in dem nur ständig neue Figuren auftauchten , Namen erhielten und dann keine große Rolle mehr spielten , da man in " Shin Ultraman " weiß , wer die Hauptfiguren sind - nämlich die SSSP Gruppe . Und die ist ganz sympathisch und sorgt sogar für so etwas wie Humor .
Doch macht " Shin Ultraman " den Fehler all seine Informationen sehr unsubtil dem Zuschauer direkt ins Gesicht zu sagen . So etwas wie ein Subtext existiert nicht . Spannend , wird es also nie , wenn die Bösen immer sofort verraten , was sie nun in Wahrheit mit der Erde vorhaben .
Selbst die Kämpfe haben schon fast die Qualität von Antihöhepunkten , da sie doch sehr schnell vorbei sind wie gegen Zabar oder die Kaijus ( deren Gestaltung mir übrigens sehr gut gefallen hat , da sie zwar wie große Monster animiert sind , aber sich genauso tapsig bewegen , als wären es Männer in Gummikostümen ) , der Gegner mitten im Kampf aufgibt und verschwindet oder Ultraman nichts weiter unternehmen muss , wie einer Maschine in der richtigen Sekunde den passenden Schlag zu verpassen und Ultraman ohnehin kaum mehr macht als irgendwelche Strahlen abzuschießen oder zu reflektieren .
Fazit : Irgendwie schon ganz unterhaltsamer Superhelden / Kaiju Film , der allerdings mehr wie der Zusammenschnitt von 4 bis 5 Episoden einer TV Serie wirkt . Dummerweise hat man sich ausgerechnet die am wenigsten unterhaltsame Geschichte für den Schluss aufbewahrt , wenn in dieser auch am meisten auf dem Spiel steht , nämlich die gesamte Erde . Tricktechnisch gut umgesetzt , krankt der der Film jedoch an seiner episodenhaften Erzählung und den Kämpfen , die fast schon Antihöhepunkte sind . Insgesamt aber für Freunde von Kaiju Filmen einen Blick wert , wenn man die Messlatte nicht zu hoch legt ...
*** Der Film wurde im japanischen Original und mit ( schlecht erkennbaren ) englischen Untertiteln gesehen !!!