Review

Bei gängigen Gefängnisfilmen ist es fast schon notwendig, mit einigen Klischees und Stereotypen zu arbeiten, damit sich das Genrepublikum einigermaßen heimisch fühlt. Mindestens ein fieser Wärter zählt ebenso dazu wie der Untergrundboss, dem die meisten Insassen folgen. An diesen Strukturen ändert auch ein plötzlicher Zombieausbruch herzlich wenig, wie das Werk von Regisseur und Co-Autor Russell Owen untermauert.

An der nordatlantischen Westküste nahe Irlands befindet sich eine Gefängnisinsel, auf der auch die Gefangene Stone (Jess Chanliau) untergebracht ist. Ein Arzt schlägt ihr einen dubiosen Deal vor, um an medizinischen Experimenten teilzunehmen, welchen sie ausschlägt. Kurz darauf fällt ein Patient über Ärzte und Wächter her…

Die Heldin in einer Variante von GI-Jane ist wahrscheinlich unschuldig hinter Gittern, da sie jahrelang fürs Militär und dann für den Personenschutz zuständig war und regelmäßig von Traumbildern ihrer Mutter am Strand umgeben ist. Während ein Wärter gutmütig und sein Kollege ein Sadist ist, ergeben die übrigen Figuren das typische Bild einer Knastbelegschaft ab, einschließlich oben erwähnter Klischees. Dennoch lässt sich mit einigen Charakteren arbeiten.

Die Infizierten sind indes von der schnellen Truppe, - so schnell, dass sie ihre Opfer vorzugsweise in dunkle Nischen zerren oder sie im Pulk bearbeiten, was den Machern eine Menge explizites Gekröse erspart. Tatsächlich werden Fressszenen lediglich angedeutet und neben einigen Enthauptungen und dem beherzten Griff zur Machete gibt es, trotz zahlreicher blutverschmierter Szenerien nicht allzu viele Gewalteinlagen. Das Make-up der Aggressiven funktioniert ganz gut und besonders die Sounduntermalung liefert im ersten Drittel sauberes Material, um das sich nähernde Grauen effektiv anzudeuten.

Die Kulisse des Gefängnisses, gedreht in einem ziemlich alten Knast im Königreich, bietet eine angemessen morbide Szenerie, obgleich diese nach einer Phase des Verbarrikadierens ein wenig mehr Action hätte vertragen können. Jene ist zwar passabel inszeniert, doch richtig spannende Einlagen bleiben überschaubar, während sich Massenszenen eher hinter verschlossenen Türen abspielen, was abermals für das eher sparsam eingesetzte Budget spricht.

Darstellerisch ist derweil nicht viel zu beanstanden und Chanliau liefert einen soliden Job in einer ihrer ersten größeren Rollen, während der Score sauber abgestimmt ist und handwerklich keine Defizite auszumachen sind. Storytechnisch bleibt der Stoff hingegen reichlich oberflächlich, zumal Hintergründe über Forschungen ausgespart werden und etwaige Entwicklungen keine nennenswerten Überraschungen beinhalten. Kleinere Verschnaufpausen sind innerhalb der etwas zu lang geratenen 106 Minuten zwar auszumachen, doch wer mit geringer Erwartungshaltung an den Streifen herangeht, wird mit tauglich unterhaltsamer Kost belohnt.
Knapp
6 von 10

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