Review


Inhalt:

China, in den Jahren nach der bürgerlichen Revolution von 1911.
Die beiden Kumpels Chi Lai (Hsu Pu-Liao) und Tung Fu (Chin Lung) halten sich mit allerlei Mätzchen und Gaunereien finanziell über Wasser.
Sie besitzen das Handbuch der "37 Plots of Kung Fu", und lernen dadurch ein paar Tricks, sich zur Wehr zu setzen. Ihre "Künste" in KungFu sind indes insgesamt relativ bescheiden.

Ihre Großmutter, die tapfer-taffe "Grandma" (Chan Wai-Lau), hilft einem Kämpfer der "Hsin Yi"-KungFu-Technik, Chien Long (Chiu Chung-Hing), der sie und ihre bildschöne Enkelin -die Schwester zumindest eines der jungen Helden- erreicht.
Der Gangster-Boss Shi (Chia Kai), der Meister der "Leoparden-Faust"-KungFu-Technik, will alle "Hsin Yi"-KungFu-Fighter töten!

Und so tötet Shi auch Chien Long, auch "Grandma" und die Enkelin sterben durch die Hand Shi´s.

Tung Fu und Chi Lai wollen ihren Tod rächen.
Auch der Bettler Shen (Chang Yi-Peng) -dem Chi und Tung begegneten- ist ein Meister der "Hsin Yi"-Kampftechnik. Und so steht ein eisenhartes und umfassendes Training für Tung und Chi an!

Bei einem ersten Kampf gegen Shi müssen die beiden eine herbe Niederlage hinnehmen.
Dann kombinieren Chi und Tung die "Hsin Yi"-Technik mit den "37 Plots of Kung Fu", zu einer neuen KungFu-Kampftechnik.

Es kommt zum Show-Down, zum Kampf auf Leben oder Tod zwischen Shi und den beiden jungen Helden.


Kritik:

Im Jahre 1979, auf dem Höhepunkt der kommödialen Eastern-Welle, entstand diese KungFu-Klamotte unter der Regie von Huang Kuo-Chu für das kleine, taiwanesische Label "Fortuna Film" in der nationalchinesischen Insel-Republik.

Und es ist so eine ganz typische Eastern-Kommödie, die eine Stunde lang fast nur aus Mätzchen und albern-dümmlichen Gags besteht, um dann in der letzten halben Stunde einmal mehr das Training einer KungFu-Technik, Übungs-Fights und einen fetzigen Endkampf der Helden gegen einen ernst-bösen Villain genretypisch zu inszenieren.

So ist das auch hier.
Die erste Stunde werden hier zwei Buddies, bei ihren dummen Mätzchen gezeigt, die strunzdoofen Dödeleien zweier Kumpel-Buddies, und die "Story" bleibt eigentlich dabei fragmentarisch und ohne roten Faden.
Das ist so dämlich, dass es -bei einem sehr hohen Tempo, was gar keine Langeweile aufkommen lassen kann- schon wieder so unterhaltsam ist, dass man nicht abschaltet und am Ball bleibt.

Man weiß als eingefleischter Eastern-Fan, dass sich das Blatt wenden wird, dass ein Villain auftaucht, Training und Fight-Action den kommödialen Charakter des Streifens sich abstreifen lassen werden.
So geschieht es denn auch, fast ohne große Umschweife taucht der Villain auf, und es wird ernsthaft.

Meist outdoor, wenn indoor in zwar historisch-altchinesischen aber auch einfachen Kulissen, kommt Eastern-Feeling und eine gediegene Atmosphäre auf.
Und das Finale in einem wuchtigen Tal-Kessel, sorgt noch für die meiste Atmosphäre, so wie ohnehin in der letzten halben Stunde der Eastern-Fan endlich in seinem Element ist.

Nach einer Stunde Buddie-Gedödel und Over-Acting, temporeich aber albern und harmlos, kommen Training, Schattenboxen und Übungsfights mit technischen Feinheiten, sowie schließlich das Kampf-Finale als ein "Pas de trois" des KungFu.
Das kann entschädigen, und ist eben äußerst genre-typisch. Die Erwartungen der Eastern-Fans -die eher über manches hinwegsehen können weil sie die Routine solcher Filme kennen- werden letztlich befriedigt, und der Film bekommt also noch die Kurve. Eine routinierte KungFu-Klamotte mit den üblichen Zutaten.

Hsu Pu-Liao und Chin Lung sind die beiden jungen Helden, die Dödel-Buddies im Over-Acting-Modus.
Aber die beiden zappeln und hampeln sich tempogeladen durch diese Klamotte, so das eben auch keine Langeweile aufkommen kann.
Man schmunzelt dann irgendwann drüber, und erwartet die dann doch harte KungFu-Action.
Und dass beide durch Rache und das harte Training in KungFu -um dem skrupellos-ernsten Villain gewachsen zu sein- einen Ansatz von Disziplin und Ernsthaftigkeit erlangen.
Das spielen die beiden letztlich dann manierlich-sympathisch, mit viel Spielfreude und agiler Körperbeherrschung.

Chang Yi-Peng spielt den Bettler der auch als KungFu-Sifu agiert, ebenfalls ein genre-typisches Element.
Mit dem "Drunken Master" ist er natürlich nicht vergleichbar, zudem bringen sich die beiden Helden die entscheidende Technik denn eher selbst bei.
Den Rache-Ansatz löst der die Großmutter (!) der beiden Helden spielende Chan Wai-Lau aus, ein Mann.
Das macht der aber erstaunlich überzeugend und ernsthaft..., mit einer -wohl synchronisierten- weiblichen Stimme. Wirkt richtig echt. "Sie" wird ein Opfer des Villains..., und das wollen die Helden-Buddies natürlich rächen.

Leider ist mir die junge Darstellerin der Enkelin von "Grandma" und Schwester -zumindest eines der Helden- namentlich nicht geläufig. Nur eine kleine Nebenrolle, aber eine äußerst attraktive junge Dame, wow!

Zum KungFu-Actioner wird "37 Plots of Kung Fu" durch den Villain, ein eisenharter, ernst-skrupelloser Schurke: Chia Kai ist hierin ein Routinier.
Typisch für KungFu-Kommödien ist der Bösewicht ein klasse KungFu-Fighter, und die hier 2 Helden müssen alles aufbieten, was erst nach hartem Training zum Erfolg führen kann.
Chia Kai ist also der, der dem Streifen zur Kurve verhilft, und der Endkampf lässt den kommödialen Charakter des Films denn ganz verschwinden.

Nach einer Stunde -von 90 Minuten Laufzeit- kommen Training, Übungsfights und der Show-Down.
Klassisches KungFu, schöne Techniken und Fight-Action mit Drive.
Der Endfight ist ein "Pas de trois" des KungFu, mit Chia Kai vs Chin Lung und Hsu Pu-Liao, ein kerniger Show-Down im Tal-Kessel einer wuchtigen Schlucht, natürlich DAS Highlight dieses sonst fast nur klamottigen Eastern.

"37 Plots of Kung Fu" ist nicht der Eastern-Kommödien-Weisheit letzter Schluss, ist eine Stunde lang dödelige Klamotte, halbwegs witzig-albern und mit hohem Tempo, was die Dödeleien halbwegs erträglich macht -zuzüglich dem Wissen: Agil-hartes KungFu kommt noch-.

Äußerst knappe, leicht wohlwollende 6 von 10 Punkten kann sich "37 Plots of Kung Fu" vor allem in der letzten halben Stunde noch in meiner Bewertung erfighten.

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