Review

Mittlerweile, als aufmerksamer und vor allem auch zahlreicher Videothekengänger konnte man vor allem im deutschen Markt auch erkennen, dass die L.E.T.H.A.L. Girls Abenteuer oder auch sogenannte Triple B - Reihe vom Stenz Sidaris aus mehreren Teilen besteht und zusammenhängend ist; mehr oder minder narrativ verbunden bzw. dramaturgisch aufeinander folgend angelegt zumindest. Natürlich im Grunde einzeln zu Schauen und in der Chronologie mit Inkonsistenzen und Inkonsequenzen, wie vor allem gleiche Darsteller in unterschiedlichen Rollen belegt, ergibt sich doch ein großes Ganzes aus dem einzelnen Geschehen, gerade der hierzulande auch Heiße Girls auf heißen Reifen betitelte hat ein Gutteil der Besetzung aus dem Vorgänger Heiße Girls - Lizenz zum Killen (1990) in den Stabangaben und wird im deutschsprachigen Raum auch seit Heiße Girls und scharfe Schüsse (1989) bis noch einschließlich Heiße Girls mit Straps und Knarre (1993) im Marketing mit einem deutlichen Hinweis schon im Titel als Saga, eingeschlossen noch dem Heiße Girls, eiskalt (1992) und so selbst dem letzten Zuschauer verdeutlichend angelegt. Ein neues Kapitel der Erfolgsgeschichte, die eher einfache Gemüter, aber dies mit Verlockungen von mehr Sex und weniger Gewalt anspricht:

Der kriminelle Großboss Masakana 'Kane' Kaneshiro [ Pat Morita ] hat es wegen geschäftsschädigender Einmischungen der L.E.T.H.A.L. - Truppe allen voran auf deren Agentinnen Donna Hamilton [ Dona Speir ] und Nicole Justin [ Roberta Vasquez ] abgesehen, auf die er insgesamt sechs Killerduos ansetzt, die beiden Damen aber vorher auch von seinen Vorhaben informiert. Während Kane sich mit seiner Mätresse Silk [ Carolyn Liu ] zu einem längeren Schäferstündchen zurückzieht, dabei allerdings den Vorgang des 'Spieles' immer am Computer überwachen ist, nehmen die beiden Mädels die Hilfe ihrer Kollegen Shane Abilene [ Michael J. Shane ], Lucas [ William Bumiller ], Atlanta Lee [ Pandora Peaks ], Edy Stark [ Cynthia Brimhall ], Captain Bruce Christian [ Bruce Penhall ] und des neu abgestellten Colonel Richard 'Rico' Estevez [ Erik Estrada ] in Anspruch.

"So this challenge, this game, is to satisfy your sense of honour?"
"My sense of humor."
Offensichtlich hat man sich bei den ganzen anderen Filmen über Menschenjagden zu Beginn der Neunziger inspirieren lassen, basierend auf der Quelle von Graf Zaroff - Genie des Bösen (1932, siehe dem Review-Klassiker) bzw. deren literarischen Text, welcher unzählig variiert werden kann und stets und ständig seine eigene Faszination besitzt. Hier angewendet auf einen Gangsterboss, der zwei Mädels als Opfer auserwählt hat und ihnen kurz vorher zur Befriedigung seiner eigenen Gelüste eben auch anständigerweise Bescheid gibt; der Film selber atmet aufgrund der mittlerweile fünf Vorgänger vom Autor, Regisseur und Produzent Sidaris schon einiges an Déjà-vu, vor allem hinsichtlich der Location, der Kleidung auch und der Umstände, sodass sich zusätzlich zu der Geschichte eine Mischung aus Alt und Neu und wie gehabt und neu adaptiert und qualitativ immer noch bestenfalls genügsam einstellt. (Kleinere Szenen wie Flugaufnahmen oder ein Start des Segelfliegers sind mittlerweile auch offenkundig stock footage aus den Vorgängern.)

Ein Luftangriff mit Hubschrauber und von dort aus manuell abgefeuerter Maschinenpistole und die Antwort in voller Fahrt aus einem Jeep, von dessen Gefährt aus erst der kleine Damenrevolver aus der Handtasche gezückt und benutzt wird und dann doch ein größeres Kaliber, eröffnet den Reigen der Actionszenen, die beim Sidaris immer mal hier und da vorhanden, aber selten so richtig beeindruckend oder gar das Adrenalin hochtreibend sind. So darf bei einer Autohatz in der Wüste vor Las Vegas mitsamt einem explodierenden Kleinwagen beiwohnen und dann ist erstmal auch wieder Ende damit; zugunsten von diversen Nackt- oder Dessousbildern, bei denen sowohl die Frauen aus dem alten Team als auch die Neuankömmlinge immer größere und prallere Brüste zu bekommen scheinen, je weiter fortgeschritten die Reihe nun ist.

Ein wenig besser ist der Locationsscount hier am Arbeiten, wobei das wahrscheinlich Familie Sidaris (samt Ehefrau Arlene und Sohn Christian Drew) selber und dies am Abklappern ihrer jeweils favorisierten Orte und vielleicht auch der Urlaubsschauplätze ist; so sieht man das "Big Pines Lodge" aus Hawaii Connection - Picasso Trigger am Ufer des Caddo Lake von Uncertain, Texas hier wieder, wobei der Big Cypress Bayou etwas feuchtes Grün ins Spiel und nebst einigen Impressionen aus dem herbstlichen Louisville – und einer vergleichsweise flotten Motorradjagd durch das klamme Laub des Waldes und in die Scheiben eines Gewächshauses hinein – auch leichtes und willkommenes Country- oder gar Cajunflair in die zunehmend schwüle, aber auch öder werdende Szenerie bringt. Denn aus der Handlung ergibt sich nichts und wird dieses vermehrt mit simulierten Liebesspielen gefüllt, in dem Jeder mal mit Jede und dies oftmals bei den allerdümmsten Gelegenheiten wie einer nächtlichen Wachstunde oder beim Anschleichen im Walde zum Nackibums ran darf, selbst Mr. Miyagi wird 3x zu einer gegenseitigen Massage mit seiner 'Enkelin' und dies auch noch nackert gequält.

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