In nahezu jeder Kultur, jeder Religion gibt es unzählige Dämonen und entsprechend dürfte es noch einige Zeit beanspruchen, bis sich die Horrorfilmsparte an ihnen abgearbeitet hat. Der britische Regisseur Oliver Park begibt sich mit „Abyzou“ in die düsteren Bereiche des jüdischen Glaubens.
Art (Nick Blood) und seine hochschwangere Frau Claire (Emily Wiseman) begeben sich nach Jahren des Entfremdens ins Haus seines Vaters Saul (Allan Corduner) zurück, um sich zu versöhnen. Saul, der im Keller des Hauses ein Bestattungsunternehmen leitet, untersucht soeben den merkwürdigen Fall eines Nachbarn, der sich scheinbar in religiösem Übereifer das Leben nahm. In Wirklichkeit befinden sich bereits dunkle Mächte im Haus…
Vielleicht hatte es das Drehbuch nicht so beabsichtigt, doch das Paar mit werdender Mutter kommt nur bedingt sympathisch rüber. Schon allein, weil rasch aufgedeckt wird, dass Art sein Umfeld über Jahre hinsichtlich der finanziellen Situation belog, während Claire auffallend passiv erscheint und schlichtweg nicht die Aura einer werdenden Mutter mitbringt. Einzig der herzliche Saul taugt als Sympathieträger, doch dieser erhält innerhalb der Figurenkonstellation eher wenig Handlungsfreiraum.
Angemessen düster geht es einstweilen im Leichenraum zu, einschließlich letzter Zuckungen und merkwürdig glasiger Augen. Vom Interieur geht eine leicht angespannte Stimmung aus, die sich teilweise auf den Rest des Hauses überträgt und auch die Farbgebung ist effektiv.
Jedoch lassen etwaige Erschreckmomente recht lange auf sich warten und allzu überraschend kommen bleiche, fast blau gefärbte Geistermädchen und wehende Laken nicht unbedingt rüber. In der ersten Hälfte ist ein Mangel an Tempo deutlich spürbar.
Ein paar Steigerungen erfährt das Geschehen im letzten Drittel, als die titelgebende Entität einige Male kurz mitmischt, während einige sehr hohe, lang anhaltende Töne dazu auffordern, die Lautstärke kurzfristig herunter zu drehen. Hier und da wehen zwar Schwingtüren und ein Minimum an Blutverlust ist ab und an auszumachen, doch überrascht wird man mit dem Showdown nicht, zumal dumme Verhaltensweisen und das Abweichen zuvor festgelegter Regeln natürlich prompt bestraft werden.
Während der Score des renommierten Komponisten Christopher Young leider nur während des Abspanns ins Ohr sticht, ist auf handwerklicher Ebene durchaus eine gewisse Versiertheit auszumachen. Gleiches gilt für die Mehrheit der Darsteller, wobei Charaktermime Allan Corduner die mit Abstand beste Leistung hinlegt. Ansonsten wird ein storytechnischer Einheitsbrei geliefert, der trotz des Ausflugs in jüdische Gepflogenheiten wenig Abwechslung und noch weniger Innovatives liefert. Allenfalls Durchschnitt,
5 von 10