Review

Eine der coolsten Parodien aller Zeiten

„Weird“ ist ein satirisches (und, man merkt es schnell, in weiten Teilen ausgedachtes) Biopic über Weird Al Yankovich, der in den 80ern und frühen 90ern mit umgetexteten Parodiehits a la „Eat It“, „Like a Surgeon“ oder „Amish Paradise“ zu Platinschallplatten und Weltruhm gelang. In dieser genialen und vollkommen (positiv) überziehenden Parodie seines Lebens durchläuft er aber noch ganz andere Abenteuer, von Affären mit Popqueens über Anschläge von Drogenbaronen bis zu selbstverständlich familiären Problemen über seinen Traum, Job und Lebensstil…

Herz, Hirn, Humor

Daniel Radcliffe hat definitiv seine Nische an perfekt zu ihm passenden Figuren gefunden. Von „Swiss Army Man“ bis nun „Weird“ werden ihm keine Grenzen mehr gesetzt. Nur musikalisch wird Playback gefahren. Schade, aber vielleicht besser so. „Weird“ ist passenderweise eine der weirdesten Biographien, die man vor die Flinte kriegen kann. Mit Herz und durchaus Ehrlichkeit, aber vor allem versteckt hinter einer dicken Schicht Satire und Comedy, Schwachsinn und Witz, Verdrehung der Tatsachen, Klischeeoverkill und Verarschung von genau dieser Gattung Film. Also genau passend zu Weird Al Yankovich - und sowas wie Satire, Verbeugung, Veralberung und Weiterentwicklung des gesamten Subgenres zugleich. Polka und Parties, Madonna und Missverständnisse, Kopien und Kolumbien. „Weird“ wird seinem Namen gerecht, endet plötzlich aber genial, Radcliffe spielt und passt großartig, ist dem Jungen mit der Narbe auf der Stirn längst entwachsen. Die Musik ist immer noch kreativ und lustig, wie Al über das Business und Hollywood denkt, wird mehr als deutlich. Und auch wenn alles gar nicht wirklich ernst genommen werden will, gibt’s dennoch Kerne, Anker und Herzensangelegenheiten, die einige wesentlich unreflektiertere Dramen in den Schatten stellen. Als ob „Bohemian Rhapsody“ auf „Walk Hard“ trifft. Nur mit mehr Weird Al-Flair und -Farben. Vielleicht mein diesjähriger „Eurovision Song Contest: Fire & Ice Saga“ auf Netflix. 

Fazit: genauso herzlich, kreativ und verrückt wie Weird Al selbst - für mich einer der Filme des Jahres, lustig wie wenig und ein direkter „Biopic“-Klassiker! 

Details
Ähnliche Filme