Review
von Leimbacher-Mario
Nicht so schlimm wie der Trailer vermuten ließ… ist nicht genug!
Ich weiß noch, dass ich den ersten „Shazam!“ am selben Abend im selben Kino gesehen hatte, wie einen der letzten beiden „Avengers“-Blockbuster. Ich glaube „Infinity War“ war’s. Und auch wenn die DC-Produktion an diesem Abend sicher etwas im Schatten des Riesen stand, auch im direkten Gegensatz mit seinem infantilem Humor und klarer, alter Comicbuchschule. Mir gefiel das Original gut und es war mal eine wirkliche Abwechslung. Überraschend, erst recht vom bis dato eher grimmigen DCEU. Nun kommt die Fortsetzung, die überall zwei Schippen drauflegen möchte. Mehr Helden (wie das Finale des Originals schon deutlich machte), mehr Bösewichte, mehr Monster und mehr Jokes. Leider lockte das die Leute nicht nochmal ins Kino, sodass das nicht gerade günstige Projekt momentan tief in den Miesen steht und es sehr fragwürdig ist, ob wir den „People's Champion“ nochmal sehen… Dieses Mal müssen er und seine Superheldenfamilie es jedoch erstmal mit den Töchtern von Atlas aufnehmen, die die „Shazamily“ nicht ernst nehmen und uralte Rachepläne haben…
Taste The Rainbow!
Ich hatte immer noch Spaß mit „Shazam! Fury of the Gods“. Das muss ich betonen. Ungenierte, kindliche Sommerblockbusterunterhaltung. Kurzweilig und knackig, flott und schnell vergessen. Da hatte man nach dem katastrophalen Trailer mit Eminem und Fast & Furious-Vibes wesentlich Schlimmeres erwartet. Dennoch muss ich im gleichen Atemzug sagen: sollte so etwas wie echte Frische oder gar Magie im ersten Teil vorhanden gewesen sein, ist sie es nun nicht mehr. Alles wirkt ein gutes Stück generischer, berechnender und zu teuer für sein eigenes Wohl. In jeglicher Hinsicht. Die Chemie in der „Shazamily“ passt noch, die Effekte sind definitiv nicht übel, man erkennt die Moneytoes auf der mrr der Leinwand. Einige Witze haben mich sogar wirklich zum lauten Lachen gebracht und fehlende Fallhöhe und Spannung werden von Anfang an weggeflachst. Zumindest wird das versucht. Levi als Herz der Angelegenheit ist ein wahrhafter Sympathiebolzen, kein Vergleich zu einem mittlerweile zur Karikatur verkommenen Blender wie The Rock. Und dennoch ist „Shazam 2“ eben nur… Beiware. Berieselung. Krach mit Sahne. Über zwei Stunden, die man nicht bereut, die einem aber auch null Mehrwert bieten und denen es ehrlich gesagt sogar etwas an Daseinsberechtigung, Kreativität und Mut fehlt. Die Horrorvibes, für die Sandberg bekannt ist, sind viel zu rar gestreut. Wenn in die Kacke mit dem Humor gegriffen wird, stellen sich quasi auch direkt die Nackenhaare vor Fremdscham hoch. Da gibt’s fast nur Hits oder eben brutale Fehlschläge. Letztere bleiben härter im Gedächtnis. Der Rest wirkt dann sehr 08/15 und austauschbar. Als ob sich das ausrollende DC-Universum noch kurz in ein Süßigkeitengeschäft verlaufen hätte und es nun vor lauter Zucker nicht mehr weiß, wohin mit der Energie, mit den Kalorien, mit den Farben und der wuchernden Charaktergemeinschaft. „Shazam! 2“ hat sich eigentlich kein Ausrufezeichen mehr verdient.
Fazit: „Shazam 2“ ist durchzogen von Augenzwinkern, übertriebener Action, Drachen, Metaebene, höllischen Einhörner und pubertärem Humor - und das geht schon soweit klar. Leicht brauchbare High Budget-Unterhaltung mit vielen Sympathieträgern. Öfters jedoch auch massiv Fremdscham und Kopfschütteln. Den wollte (so) ehrlich gesagt keiner.