Review

SVEZIA, INFERNO E PARADISO ist ein ziemlich ungewöhnlicher Mondofilm. Nicht, dass die Machart einzigartig wäre. Aber dass der italienische Regisseur Luigi Scattini einen Dokumentarfilm über Schweden gedreht hat, hat mich doch ziemlich überrascht.

In den 60er-Jahren durften in vielen Ländern, beispielsweise in Amerika, noch keine freizügigen Sexszenen in einem Kinospielfilm gezeigt werden. In Nudisten- oder Dokumentarfilmen waren jedoch oft etwas gewagtere Nacktaufnahmen erlaubt.

Mich hat es auf jeden Fall nicht erstaunt, dass man in diesem Film dann beispielsweise (uninteressante) Aufnahmen von Schülern im Sexualunterricht sieht. Oder, wie einige Schwedinnen nackt in der Sonne liegen.

Wie so oft, wurden leider auch für den "Dokumentarfilm" SCHWEDEN – HÖLLE ODER PARADIES viele Filmszenen gestellt. Es ist einfach peinlich, wenn zum Beispiel mit kritischer Stimme über ein armes Mädchen berichtet wird, welches von mehreren Typen einer Biker-Gang vergewaltigt wird; die Vergewaltigung dann aber aus verschiedenen Kameraperspektiven in Nahaufnahme zu sehen ist und man die Gesichter der "Täter" mehrmals bestens erkennen kann. Ach ja: Ich könnte natürlich auch noch erwähnen, dass die junge Frau die bekannte Erotikdarstellerin Marie Liljedahl ist...

Lächerlich sind auch diverse andere Filmpassagen, die ich nicht näher beschreiben mag. Bis auf einige gelungene Aufnahmen von Stockholm (und einzelnen sehr hübschen Schwedinnen), bietet diese Pseudo-Doku leider kaum etwas sehenswertes.

In der englischsprachigen Filmfassung, die mit Untertiteln auch in Japan veröffentlicht wurde, ist übrigens Edmund Purdom (Regisseur von Fröhliche Weihnacht) der Sprecher.

Einige wenige Jahre später drehte Luigi Scattini MONDO PERVERSO - DIESE WUNDERVOLLE UND KAPUTTE WELT. Auch dieser Film ist kein Genremeilenstein, insgesamt jedoch etwas abwechslungsreicher und interessanter als SCHWEDEN – HÖLLE ODER PARADIES.

3 Pünktchen

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