Als Undercover-Bulle war Damian Nowicki (Piotr Witkowski) ein Spitzenmann, bis er eines Tages doch aufflog und die Drogengang, die er gerade hochgehen ließ, kurz zuvor aus Rache noch seine Frau ermordet hatte. Seitdem kippte er lieber Whisky in sich hinein, weswegen er auch ein Jahr nach diesen Vorfällen, als der befreundete Lehrer Szymon Makowiecki (Marcin Bosak) ihn bezüglich eines Drogenproblems an dessen Schule um Hilfe bat, nicht richtig zuhörte. Kurz darauf wird Makowiecki, der auf eigene Faust alleine ermittelte, tot aufgefunden - die Gangster hatten seinen Leichnam so platziert, daß die Polizei davon ausging, der Lehrer selbst wäre der Fentanyl-Panscher gewesen.
Davon ernüchtert beschließt Damian, mittels gefälschter Unterlagen die vakante Stelle als Geschichtslehrer an ebenjener Schule anzunehmen - einer Schule, die einen zweifelhaften Ruf genießt, an der niemand unterrichten möchte und wo sich drogenvertickende Jugendliche mit Lehrern, Security und anderen Schülern einen ständigen Kleinkrieg liefern. Schon am ersten Tag läßt der ehemalige Drogenfahnder die Fäuste sprechen, animiert die Schüler zur Selbstverteidigung und rettet die junge stellvertretende Direktorin Agata Kierska (Antonina Jarnuszkiewicz) in der Tiefgarage - ein Einstand, der ihm zunächst großen Respekt verschafft.
Auch in der Folgezeit gelingt es Damian, den jugendlichen Rädelsführern ein ums andere Mal in die Suppe zu spucken, unter anderem schafft er es, einige Schüler dazu zu bewegen, in einer alten Fabrikshalle einen Trainingsraum einzurichten, wo sie üben können - doch die Gegenseite (unter der heimlichen Führerschaft des Leiters der zivilen Security an der Schule), die den unerwünschten Störenfried schnell wieder los werden will, bleibt auch nicht untätig und lanciert, weil Damian körperlich kaum zu überwältigen ist, eine fiese Intrige: angeblich habe der neue Geschichtslehrer eins der Mädchen sexuell belästigt. Als die drogenabhängige, dazu erpresste Schülerin dies vor dem Direktorat bestätigt, muß Damian die Schule verlassen. Doch der Ex-Cop läßt sich nicht so leicht abschütteln...
Diverse Actionstreifen der 1980er Jahre mögen für Regisseur Daniel Markowicz´ (Bartkowiak) neuen Streifen Stundenplan Pate gestanden haben, und so läßt er seinen Hauptdarsteller auch wenig innovativ unter ständigem Einsatz seiner Fäuste mit den Drogen an einer Schule aufräumen. Doch nicht nur dort, sondern auch an einer Tankstelle, einer Kneipe, in der Tiefgarage, einem Container-Terminal oder einer Rückblende prügelt sich Damian munter durch die Reihen meist mehrerer, gleichzeitig angreifender Gegner, die er mit seinen MMA-Künsten schlußendlich alle auf die Bretter befördert.
Immerhin nimmt sich der gebrochene Ex-Cop mit der klischeehaften Vorgeschichte selbst nicht so sonderlich ernst, wenn er, optisch einem Lukas Podolski mit Dreitagebart nicht unähnlich, mit einem Grinsen im Gesicht seine allerdings wenig furchterregenden Gegner ins Visier nimmt - ein Umstand, der dem reichlich altbackenen Plot eine gewisse Leichtigkeit verleiht.
Die häufigen Kämpfe sind durchschnittlich gut choreographiert - manche etwas überzeugender, manche auch ein wenig schlampig, z.B. wenn die Gegner erkennbare Luftlöcher hauen oder allzu bereitwillig umkippen. Immerhin kommt im Rahmen dieser Kämpfe das Thema Selbstverteidigung - in moralisch wertvoller Form - auch noch einmal auf. Das geringe Budget merkt man dem Streifen, der hauptsächlich in und um die Schule spielt und viele nächtliche Szenen beinhaltet, nicht so sehr an. Auf größere Explosionen oder gar Verfolgungsjagden verzichtet das Drehbuch ohnehin, dafür ist Damian in einem schmucken weißen Ford Capri unterwegs.
Stundenplan ist manchmal absichtlich (wenn Damian seinen Gegnern während der Kämpfe Tipps gibt), manchmal aber auch unabsichtlich lustig, enthält reihenweise Klischees (was für alle Darsteller zutrifft, und hier besonders die hübsche und viel zu junge stellvertretende Direktorin Agata, die erstaunlicherweise allein lebt und mit Damian sofort in die Kiste hüpfen will, nachdem er ein paar Besuffkis in der Kneipe vermöbelt hat, was diesen jedoch flüchten läßt, da er genau in diesem Moment an seine verstorbene Frau denken muß - argh!) und vermeidet tunlichst jede überraschende Wendung. Wenn der Held also erstmal aus der Schule geflogen ist, ermittelt er (ist doch Ehrensache!) erst mal weiter und rehabilitiert sich natürlich in kürzester Zeit. Den Rest kann man vorausahnen, selbst ohne den Film gesehen zu haben.
Mit diesem, bis zum Ende durchgezogenen Konzept eines Retro-Klopperfilms ist beim Mainstream-Publikum natürlich kein Blumentopf zu gewinnen, trotzdem unterhält die polnische Netflix-Prodktion Stundenplan erstaunlicherweise ganz leidlich, was auch daran liegen mag, daß sich der Streifen in vielerlei Hinsicht erkennbar selbst nicht ganz ernst nimmt: 6 Punkte.