Welcome to the Beiss-In!
"Salem's Lot" wurde über die Jahrzehnte schon oft umgesetzt filmisch wie seriell. Da war es kein Wunder, dass der beliebte (Retro-)Blutsaugerstoff auch dem seit locker fast zehn Jahren anhaltenden (erneuten) King-Hype nicht entkommt. Und so folgen wir wieder ein paar Schicksalen in den 70ern einer US-Kleinstadt, in die eines Tages Vampire eindringen und für mysteriöse Vermisstenfälle sorgen - und u.a. ein Autokino (!) unsicher machen...
In 5 Jahren wird sich keiner mehr über diesen "Salem's Lot" unterhalten, so ehrlich und klar muss man sein. Im Grunde redet schon jetzt keiner mehr drüber. Anders als bei der (TV-)Version vom Ende der 70er, die sich doch deutlich in die Erinnerung einiger damals kleinerer Zuschauer festgebissen hat, nur übertroffen von "Es" aus den 90ern mit Tim Curry. Aber dieses Remake von "Salem's Lot"? Spielt nicht in dieser Liga. Ist er deswegen direkt ein schlechter Film? Nein, auf keinen Fall. Er ging mir sogar gut durch. Lewis Pullman ist sehr sympathisch und ruhig. Es wird sich Zeit zum Aufbau von Atmosphäre und Kleinstadtdynamik genommen. Zumindest für einen einzigen Film. Einige Kinderfiguren verfehlen nicht ihren Zweck (zum Einsteigerhorror). Einige feine Farbfilter, Nebel und bunte Beleuchtungen sind heutzutage rar gesät. Und der Look sowohl der Nacht (!) als auch der Vampire selbst kann sich sehen lassen. Gerade nächtliche Szenen wirken heutzutage oft ätzend düster und undurchsichtig, hässlich und wenig stylisch. Anders als beim coolen Blaufilter vieler damaliger Werke. Aber der neue "Salem's Lot" sieht auch zur Geisterstunde glänzend aus. Einiges aus dem Buch wird weggelassen, ein paar Klischees werden ungeniert mitgenommen, ein bisschen ist man diesen king'schen Stil mittlerweile wieder leid. Und ganz den Eindruck einer Auftragsarbeit wird "Salem's Lot" sicher nicht los. Selbst wenn Regisseur Gary Dauberman eigentlich grundsätzlich weiß, was er tut. Bissfest ist das Ganze. Zu "al dente" fehlt dann aber doch noch ein Stück... Vor allem Mut und Blut, Sauce und Fleischbällchen, würde ich sagen. Das Autokinosetting ist allerdings immer noch ein Hit.
Fazit: solide und saubere King-Verfilmung... Etwas gehastet und glatt, wenn man die raueren und epischeren Vorlage(n) kennt. Trotzdem gut guckbar - gerade wenn man ein starkes Faible für Blutsauger oder Stephen King hat!