Was wäre, wenn Frodo und Gandalf, Khalesi und Jon Snow Humor gehabt hätten? Und wie sähe es wohl aus, wenn die GUARDIANS OF THE GALAXY ihre Abenteuer nicht im Weltraum, sondern in den „Forgotten Realms“ erleben würden? Die Antwort darauf gibt DUNGEONS & DRAGONS, ein Film, den bis zum Erscheinen seines ersten überraschend fetzigen Trailers wohl niemand auf dem Schirm hatte. Schließlich wurde der Titel bereits durch einen unterirdischen Kinofilm (Hallo, Jeremy Irons!) und diverse TV-Movies erfolgreich in Verruf gebracht. In diesem Fall ist „Reboot“ also ausnahmsweise keine Warnung, sondern eine Chance. Und die wurde hervorragend genutzt.
Das Autoren-/Regie-Duo Goldstein & Daley (GAME NIGHT, SPIDER-MAN: HOMECOMING) tobt sich lustvoll verspielt in der Welt von D&D aus, frönt dabei offensichtlichen Einflüssen von Monty Python über Douglas Adams bis Terry Pratchett, zitiert CUBE und Portal und überrascht mit wunderbaren Einfällen wie dem „Owlbear“, auskunftsfreudigen Leichen und einem übergewichtigen Drachen mit Ladehemmung.
Eine reine Fantasyparodie ist D&D dabei trotzdem nicht geworden, die Rahmenhandlung mit der Bedrohung durch mächtige Zauberer wird durchaus klassisch durchgespielt, die Kampfszenen sind rasant und einfallsreich choreographiert, nur bei den Spezialeffekten wird deutlich, dass hier eben (noch!) kein Mega-Franchise dahintersteckt. Das Vorbild der „Guardians“ ist allerdings ziemlich offensichtlich, auch hier gibt es den eingebildeten, aber charmanten Dampfplauderer (Chris Pine), die toughe Kampfamazone (Michelle Rodriguez) und den todesernsten Helden, der keine Ironie versteht (in einer Gastrolle: Regé-Jean Page, BRIDGERTON). Nur statt James Gunns coolem Soundtrack gibt es eben…Magie.
Fazit: Hier wird absolut alles geboten, was ein unterhaltsamer Blockbuster aus der zweiten Reihe braucht – sympathische Darsteller, interessante Figuren, rasante Action, flotte Sprüche und ein wenig abseitigen Humor. Gerne mehr davon!