Das teuerste Brettspiel aller Zeiten
Ich bin stolz auf Paramount, dass beim neuen „Dungeons & Dragons“ keine Kompromisse gemacht wurden. Mittlerweile bereut man dort wohl das hohe Budget, da er finanziell (zumindest im Kino) nie den grünen Bereich sehen wird, dennoch sieht man dem Blockbuster jeden Cent an - und als Belohnung für alle gibt’s als Ergebnis auch insgesamt einen famoses Familienactionabenteuer, das so alles andere als eine Selbstverständlich war. Erst recht nach den misslungenen Trailern. Erst recht mit der Geschichte seines Franchises. Aber alles ist gut gegangen. Richtig gut sogar! „Dungeons & Dragons: Honor Among Thieves“ erzählt die klassische und seinem Brettspiel treue Heldengeschichte einer bunten Truppe, die einen schlechten König, ehemaligen Verbündeten und seine mächtige Hofhexe besiegen müssen, dabei Töchter retten und Drachen besiegen. Wie daheim in den 80ern im Keller eben. Nur größer, lauter, bunter und noch spektakulärer, als es sich selbst die kreativsten Kinderköpfe damals hätten ausmalen können…
Guardians of the Fantasykingdom?!
Im Stile längst ausgestorbener High Budget-Abenteuer wie „The Mummy“ (1999) oder Del Toros beiden „Hellboy“-Verfilmungen, lässt es „Dungeons & Dragons“ (2023) richtig toll krachen. Die Effekte sind top notch, die Atmosphäre der Pen&Paper-Partien wird grandios eingefangen, samt etlicher wundervoller Insider und Easter Eggs. Hugh Grant ist in seiner aktuellen Form eh Gold. Die Chemie in unserer quirligen Heldengruppe stimmt auffällig. Chris Pine kann eh alles. Die Landschaftsaufnahmen, die Kreaturen, das Tempo, die Witze. Hier passt fast alles. Vor allem die Witze… selten habe ich bei einem Blockbuster in den letzten Jahren häufiger und lauter gelacht. Ich sage nur „Friedhof“. Die Kreativität sprüht Funken, nimmt das hohe Budget wirklich mal und macht was draus. Das ist fast eine ganz andere Sportart als die bisherigen „Dungeons & Dragons“ von vor 20 Jahren gefühlt auf Uwe Boll-Niveau (mit denen er außer dem Titel natürlich nichts zu tun hat). Selbst Hits wie die neuen „Jumanjis“ oder etliche langsam auslaufende MCU-Popcorntüten sehen dagegen alt aus. Schon jetzt ist dieser „Dungeons & Dragons“ eine der launigsten Überraschungen des Kinojahres aus der Traumfabrik, die immerhin/spätestens im Heimkino dann auch Publikum und Fans finden wird. Hoffentlich. Kann aber eigentlich nicht anders.
Fazit: die unbekümmertste Blockbusterüberraschung des Jahres - spaßig, hübsch, abenteuerlustig. „Dungeons & Dragons“ ist das komplette Paket!