Inhaltsangabe

von PierrotLeFou

Ausgehend von den Nürnberger Prozessen - in denen ...

... sich selbst ein Göring "nicht schuldig" bekannte - thematisiert Marcel Ophüls in seinem 4½stündigen, leicht essayistischen Dokumentarfilm die Frage nach individueller & kollektiver Schuld und den Bedingungen, unter welchen solche Schuldfragen überhaupt verhandelt werden (können). Zu Wort kommen nicht bloß Telford Taylor und andere Juristen aus den Prozessen, sowie umstrittene Persönlichkeiten wie Albert Speer oder Karl Dönitz, sondern auch Durchschnittspersonen, die in direkter Nachbarschaft ehemaliger Angeklagter (wie Friedrich Flick oder Herta Oberheuser) leben oder Angehörige von Opfern & Tätern sind - und sich auch über ihre Haltungen zum Vergessen oder zum Aufarbeiten äußern. Auch Bekannte aus Ophüls' eigenem Umfeld kommen zu Wort und nehmen - nicht ausschließlich verständnisvoll - zu seiner Arbeit Stellung.
"The Memory of Justice" geht aber auch auf Hiroshima, den Vietnam-Krieg und den Algerien-Krieg ein, um in Interviews mit teils desertierten Soldaten, mit Angehörigen teils gefallener Soldaten, mit Juristen und mit Politikern wie z.B. Edgar Faure der Frage nachzugehen, inwieweit ihrerseits schuldige Parteien glaubwürdig Schuldfragen stellen und Schuldzuweisungen treffen können/müssen.
Archivaufnahmen und Schlager aus dem Dritten Reich, Musical-Nummern und Auftritte von Joan Baez und Yehudi Menuhin runden dieses Werk ab.

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