Nicht Dokumentation, nicht Spielfilm. Irgendwas dazwischen bebildert hier das Leben in Berlin im Jahre 1929. Inszeniert wurde diese Beobachtung von Robert Siodmak und Edgar G. Ulmer, das Skript stammt u. a. von Billy Wilder. Allesamt wurden sie später eher für ihre in den USA gedrehten Filme bekannt, aus filmhistorischer Sicht in Bezug auf diese Personen ist das vorliegende Werk daher schon interessant.
Doch nicht nur deswegen, denn der Blick auf die lebendige Stadt mit seinen damals über 4 Millionen Einwohnern bietet ein paar nette Panoramen und Ansichten. Im Fokus steht jedoch eine Gruppe, die sich für den Sonntag am Nikolassee verabredet. Eine verpennt das Ganze und so folgt die Kamera den restlichen vier Figuren durch den Tag. Der Ausflug zum See, Liebe, Eifersucht und der Plattenspieler. Zwischen diesen Episoden werden immer wieder Alltagsszenen aus der Stadt eingestreut, die Mischung ergibt einen mal mehr, mal weniger spannenden Einblick in diesen Zeitabschnitt, denn manche Spielszene wirkt schon bemüht. Mag auch daran liegen, dass es sich um Laiendarsteller handelte, bis auf Christl Ehlers verfügte niemand über Erfahrung vor der Kamera.
Der Film ist auch nicht mehr komplett, die aktuelle Fassung beruht auf der des Nederlands Filmmuseum, die durch weitere Quellen ergänzt wurde. So kommt das Werk zwar nicht auf seine ursprüngliche Länge, näher wird man dieser allerdings kaum noch kommen. Nicht ganz stimmig ist die musikalische Untermalung, die in der gesehenen Fassung mit teils zu modernen Klängen aufwartet.
Als Panorama aus Einzelteilen zeigt diese Mischung aus dokumentarischen und gespielten Aufnahmen einen Einblick in diese Zeitepoche. Das Leben auf's Wochenende hin, wie es der Schluss formuliert, wirkt hier rückblickend merkwürdig leichtfüßig im Hinblick auf das, was nur wenige Jahre später passieren sollte. Als Zeitdokument und Collage interessanter denn als eigentlicher Film.