Es scheint gewisse Parallelen beim B-Movie-Dreh in der Pandemie-Zeit und den 80ern zu geben: In der einen durfte man nicht, in der anderen konnte man nicht. Speziell im Horrorbereich dürften die Ergebnisse ähnlich ausfallen und auch im Hinblick auf das Langfilmdebüt von Luke Boyce hätte eine arg gestraffte Fassung besser als Kurzfilm getaugt.
1987 in Chicago: Stripperin Angie wird tagtäglich mit der Bibelfanatikerin Sally konfrontiert, doch an jenem Tag müssen sich die beiden zusammenraufen. Das jüngste Gericht naht, dämonische Kräfte scheinen sich auszubreiten und während Angie in der Stripperkabine festsitzt, müssen sie über unterirdische Wege nach draußen finden…
Viel enthüllt wird nicht, auch nicht während des Strips, den Angie vollzieht als die Welt scheinbar noch in Ordnung ist. Während der Anfang wie die Einleitung zur Zombieseuche anmutet, als Angies Chef wie ein Untoter von draußen zurückkehrt, zeugen Boten der Apokalypse vom nahenden Untergang, was jedoch nur in recht spärlicher Form dargeboten wird. Das in nur 12 Tagen gedrehte Werk fokussiert sich einzig auf die gegensätzlich argumentierenden Damen, die beide nicht übermäßig sympathisch erscheinen.
Immerhin werden im Verlauf einige persönliche Hintergründe offen gelegt und hier und da sind kleine Charakterentwicklungen auszumachen. Das kaschiert jedoch nicht den Mangel an Abwechslung, der primär auf den einfältigen Sets beruht. Zunächst hantieren die Figuren um die Kabine herum, später schleichen sie durch völlig identisch aussehende Kellergänge und werden höchst selten mit dem Bösen konfrontiert.
Bis final überhaupt mal so etwas wie ein Dämon ins Spiel gebracht wird, mit dem man es in einem relativ müden Showdown zu tun bekommt, sind allenfalls schlangenartige Egel auszumachen, welche zumindest okay gestaltet sind und ein Minimum an Body Horror einfließen lassen. Ansonsten wird ein wenig gezankt und es ertönen in eher geringen Abständen die Trompeten von Jericho, wobei die Sounduntermalung auf der Habenseite zu verbuchen ist. Gleiches gilt für den sauber arrangierten Score, der irgendwo zwischen Carpenter, Goblin und Tangerine Dream typische 80er Sounds einfließen lässt und einigen Phasen des Leerlaufs auf akustischer Ebene entgegen wirkt.
Versuche kleiner Aufheiterungen mithilfe zynischer Dialoge verpuffen oft und irgendwann drehen sich die Argumentationen der Bibelgetreuen und der vermeintlich Abtrünnigen im Kreis. Trotz widriger Umstände während der Drehzeit hätte Boyce ein paar Figuren mehr einbinden und folgerichtig dezimieren können, um zumindest etwas Blutvergießen einzubinden, doch auch diesbezüglich werden keine Schauwerte geboten.
Die wiederum hübsch gestalteten Bilder während des Abspanns lassen erahnen, was mit etwas mehr Aufwand in Sachen Pointe möglich gewesen wäre, denn diese hallen durchaus ein wenig nach. Sie trösten jedoch nicht über die eindimensionalen und kaum spannenden Abläufe hinweg, denen die kaum markanten Darstellerinnen nichts entgegenzusetzen haben.
Letztlich überwiegt die Eintönigkeit.
Knapp
4 von 10