Der klassisch angelegte Western fehlte noch in der Vita von Nicholas Cage, der ja bekanntlich viel Murks mitmacht, um sich extravagante Wünsche zu erfüllen. Die Geschichte, die entfernt an Genrevertreter wie „Erbarmungslos“ und „True Grit“ erinnert, trumpft in Sachen Innovation jedoch nicht allzu groß auf.
Vor zwanzig Jahren war Colton Briggs (Cage) ein gefürchteter Revolverheld, doch mittlerweile ist er Familienvater und führt einen kleinen Gemischtwarenladen. Die Vergangenheit holt ihn jedoch ein, als vier Gesetzlose um McCallister (Noah Le Gros) seine Frau ermorden. Mit seiner zwölfjährigen Tochter Brooke (Ryan Kiera Armstrong) im Schlepptau nimmt er die Verfolgung der Ganoven auf…
Nach einer weitgehend gelungenen Exposition, die schon mal auf das Motiv des Obergauners hinweist, konzentriert sich das Geschehen hauptsächlich auf die Vater/Tochter-Beziehung mit dem Schwerpunkt fehlender Gefühle bei beiden, was bei einer nicht uninteressanten Konversation am Lagerfeuer thematisiert wird. Die teils recht zynischen Sprüche der jungen Dame lockern das Geschehen phasenweise auf, bevor sich in einer mexikanischen Westernstadt der Showdown andeutet.
Allzu viel Action ergibt sich indes nicht, da nach dem Prolog zwar viel gereist und auch mal die Belegschaft des Sheriffs getroffen wird, doch außer einigen Schusswechseln mit blutigen Einschüssen hat man selbst zu Pferde die Ruhe weg. Derweil kommt auch der Bösewicht ein wenig zu kurz, zumal seine Boshaftigkeit lediglich angedeutet und die Frau des Helden im Off ermordet wird. Seine Helfer sind allerdings treffend besetzt und sorgen bei Szenen um Clint Howard als altem Zausel für leichte Situationskomik.
Das vergleichsweise niedrige Budget ist vor allem anhand der Sets auszumachen, denen die Liebe zum Detail deutlich fehlt. So wirkt die Westernstadt allenfalls zweckdienlich, es wird wenig Staub aufgewirbelt und die Requisiten fallen spärlich aus. Um die Kostüme ist es hingegen etwas besser bestellt, auch wenn das Outfit von Cage drei Nummern zu groß ausfällt.
Derweil konnte sich die zuständige Waffenmeisterin bereits hier keinen guten Ruf erarbeiten, da einige Nachlässigkeiten festgestellt wurden. Etwas später wirkte sie am Western „Rust“ mit, bei dessen Dreharbeiten die Kamerafrau erschossen und der Regisseur schwer verletzt wurde.
Letztlich wird der Western von Regisseur Brett Donowho keine sonderlich großen Wellen schlagen und auch Cage spult hier Routine ab ohne ins Overacting zu verfallen. Einmal mehr begeistert hingegen Jungschauspielerin Armstrong als Filmtochter, die nahezu jede Szene an sich reißt und nicht zuletzt dafür sorgt, dass die 95 Minuten einigermaßen Kurzweil liefern, obgleich das Gesamtpaket alles andere als originell daherkommt.
Knapp
6 von 10