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Mit "Die Prophezeiung" suchte uns 2000 ein weiteres Höllen-Produkt der Jahrtausendwende heim. Doch auch hier gibt es keinen logischen Grund, warum irgendwelche Höllenmonster und Satansviecher im Dezimalsystem denken sollten, was auch ein Nachteil bei "End of Days" war.

Krankenschwester Maggie (Kim Basinger) zieht Cody (Holliston Coleman) auf, die Tochter ihrer drogensüchtigen Schwester Jenna (Angela Bettis). Mit 6 Jahren entwickelt das autistische Kind übersinnliche Kräfte. Das bringt einen Sektenführer (Rufus Sewell) auf den Plan, der die Fähigkeiten des Kindes für sich nutzen will.

Kim Basinger (Getaway) spielt hier leider weit unter ihrem Niveau und man fragt sich, wie die Frau an diese Rolle gekommen sein mag. Vielleicht hatte sie vor "L.A. Confidential" ja selber einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, um doch noch einen Oscar zu bekommen, und macht nun in diesem Film mit, um sich bei ihm in gewisser Weise zu bedanken. Denn anders kann man sich Basingers Teilnahme nicht erklären. Rufuss Sewell (Helena von Troja) lässt den Sekten-Onkel raushängen, wobei er außer böse gucken nicht wirklich was zu tun hat. Angela Bettis (Carrie) kann mit ihrer Leistung nicht überzeugen und auch Jimmy Smitts (Angel) spielt anscheinend auf Sparflamme. Und von einem quengelnden Fratz wie Holliston Coleman (Im Fadenkreuz des Todes) kann man eh nichts erwarten. Einzig und allein Christina Ricci (Monster) zeigt schauspielerische Talente. Leider wird sie bald darauf im Film einen Kopf kürzer gemacht, was wohl auf Befehl von Frau Basinger geschah, da Ricci sie ansonsten an die Wand gespielt hätte.

Hatte Chuck Russell (The Scorpion King) mit "Nightmare 3" und "Eraser" noch solide Horror- bzw. Action-Unterhaltung gemacht, so versagt er hier. Darum kann "Die Prophezeiung" mit "End of Days", "Im Auftrag des Teufels", "Die neun Pforten" und "Stigmata" nicht mithalten. Aber es ist ja eh anders gekommen, als es in den Hollywood-Streifen gezeigt wurde. Der Millenniumswechsel ist vorüber und das neue Jahrtausend hat ohne weiteres begonnen. Nostradamus hat sich offenbar geirrt oder verrechnet. Wenn wir freilich Hollywood glaube schenken wollen, dann dank Schwarzenegger, Johnny Depp, Kim Basinger, Winona Ryder, Patricia Arquette und Keanu Reeves. Sie alle haben uns - zumindest auf der Leinwand - vor dem Teufel und der Apokalypse bewahrt. Inzwischen hat die Flut solcher Art von Filmen glücklicherweise ein Ende gefunden und Satan darf nur noch ab und zu den Obermacker im Kino spielen.

Horror wird einem in "Die Prophezeiung" nicht wirklich geboten und lediglich die Kopf-ab-Szene mit Christina Ricci kann ein wenig schockieren. Der Teufel taucht dann natürlich mal wieder in Form von irgendwelchen CGI-Viechern auf, die allerdings geradezu nach Computer riechen. Und selbst die Engel wurden per Computer vom Himmel herabgeschickt. Die Story selbst entpuppt sich als ein lahmer Mix aus "Rosemaries Baby" und "End of Days". Wenn man es ganz kritisch betrachten will, dann ist "Die Prophezeiung" eher ein "Halloween-Special" von GZSZ, da sich die Story auf ähnlichem Niveau bewegt.

Am Ende hat man dann einen schwachen Okult-Hokuspokus für einen gemütlichen Filmabend.

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