Jetzt ist es aber langsam gut mit den Jahrtausendwend-Teufel-und-Messias-kommen-wieder-Filmchen, die wir uns rund um Neujahr 2000 und später noch reinziehen mußten.
Hier ist uns wieder mal der Heiland geboren (den hatten wir noch nicht ganz so oft) und zwar in Form eines halb autistischen Mägdeleins (praktisch, weil dann das Kind keine ganzen Sätze sprechen muß). Das wurde von seiner Mutter mal eben bei Tantchen abgegeben und anschließend verzupft sich das Drogenopfer. Wäre alles nicht so bedeutend, wenn Tantchen nicht Kim Basinger wäre, die nach ihrem Oscar-Gewinn bei der Rollenwahl permanent ins Klo gegriffen hat. Eine Krankenschwester hat sie zwar schon gespielt, aber irgendwie wirkt sie zu erlesen für diesen banalen Gut-gegen-Böse-Reißer.
Ach ja, darum geht's letztendlich: die Versuchung des Guten durch das Böse. Jesus in der Wüste, Frauen beim Schlußverkauf. Das schockt natürlich, weil das liebe zwischendurch schon mal tote Vögel wiederauferstehen läßt und diverse Tupperdosen zum Rotieren bringt. Ob Jesus das gewollt hätte, zumindest das mit dem Geschirr?
Und nun die Bösen: die macht uns Rufus Sewell, der den Leiter einer Scientology-ähnlichen Organisation gibt (der einzig witzige satirische Ansatz). Wie wild macht er Stielaugen und will das gute Kind verderben, doch die läßt ihn beständig abblitzen.
Den Rest kennen wir schon aus reichlich Video-B-Ware, nur ist die sonst ohne Basinger: ein nobler FBI-Agent (tadellos: Jimmy Smits) hilft tapfer mit und der guten Kim, die allein gegen den L.Ron-Hubbard-Klon steht, wird betändig geholfen, bis er zum Showdown zwischen Licht und Dunkelheit kommt.
Wahres Interesse kann das bei mir nicht wecken, dafür ist alles zu konventionell und banal abgespult, vorhersehbar inklusive. Etwas Neues ist nur, daß hier mal Heaven höchstpersönlich zu den Waffen greift. Zwar sind die bösen Dämonen überall, doch zwischendurch tauchen auch mal nette Leute so nebenbei auf, die klar von oben gesandt sind. Ein wenig arg plakativ zwar, wenn der Retter in höchster Not auf einer Autobrücke aussieht wie Jesus mit Dreitagebart, aber trotzdem schön, daß hier bei Gebet und Flehen um Hilfe auch mal praktisch was gemacht wird. Am Ende stürzen sich selbst die Engel (von einer Nonnenkompanie gerufen) in die Schlacht gegen aus computeranimierten Ratten zusammengesetzte Teufelsfiguren und geflügelt Dämonen zieht.
Beachtenswert sind hier allenfalls die guten FX, die man sich tatsächlich anschauen kann, reichlich Flügelgetier und Lichterscheinungen, die die strategisch gesetzten Actionsequenzen gut ausstatten. Leider kommt es zwischendurch immer wieder zu tralala. Zwischendurch geistert für jeweils zweimal drei Minuten auch Christina Ricci durchs Bild, die alle anderen Akteure locker in die Tasche steckt. Trotzdem warten wir hier besser auf die Fernseherstausstrahlung. (4/10)