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Jetzt weiß ich warum ich mich mit den Desktop-Thrillern so schwer tue: Das sind größtenteils Jugendfilme und auf ein jugendliches Publikum mit seiner virtuellen Welt zugeschnitten mit all den Chitchats und Tiktoks. Und wenn man mit der Generation unter 30 nichts mehr anzufangen weiß, dann... Jedenfalls hat mich MISSING überraschenderweise deutlich mehr gecatcht als sein Quasi-Vorgänger SEARCHING, auch wenn die Erzählweise teils superhektisch ist und man sich damit anfreunden muss, dass eine Achtzehnjährige sich in jeden Account und jede Überwachungskamera reinhacken kann und somit bessere Detektivarbeit leistet als Polizei und FBI zusammen, auweia! Der Plot schlägt mehr Haken als ein Hase in Panik auf dem Rübenacker und "der Verdächtige" hinter der Entführung wird gefühlt alle paar Minuten ausgetauscht. Tja, das ist eine neue Art von Thriller. Nicht gut, nicht zwingend schlecht, einfach nur anders.
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Jetzt ist dann aber gut mit den Desktop-Filmen.
Auch dieser Computerermittlungskrimi kommt wieder reichlich glatt daher und findet für jede erdenkliche Situation eine – oftmals hanebüchene – digitale „Found Footage“-Visualisierungsidee.
Würde man wirklich realistisch an diese Erzählweise herangehen, müsste der Film mitsamt allen Ladezeiten, Buffering und Googlerecherchen mehrere Stunden dauern.
Aber die Glaubwürdigkeit wird hier nicht nur auf technischer Ebene herausgefordert: Eine 18-Jährige knackt mal eben einen komplexen Entführungsfall mit Hilfe von Google.
Diese Digital Natives! Wenn sie doch nur genausogute Drehbuchautoren wären.