iHaveCNit: Good Boy (2024) – Viljar Böe – 24 Bilder
Deutscher Kinostart: 22.02.2024
gesehen am 22.02.2024 in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 5, Platz 2 – 20:45 Uhr
Im Line-Up des letzten Fantasy Filmfest White Nights 2023 sollte Viljar Böes „Good Boy“ eigentlich Ende Dezember des letzten Jahres noch regulär veröffentlich werden, bis es dann zu einer Verschiebung in den Februar gekommen ist. Nun konnte ich ihn mir auch ansehen und war gespannt, was mich bei „Good Boy“ erwarten sollte.
Die junge Studentin Sigrid lernt bei einem Tinderdate den stillen, kontrollierten und durchaus attraktiven Christian kennen. Das erste gemeinsame Date endet dann auch bei Christian zuhause. Nach der gemeinsamen Nacht offenbart sich für Sigrid, dass Christian nicht alleine lebt, sondern mit Frank zusammen. Frank agiert in einem Hundekostüm ausschließlich als Hund und will auch grundsätzlich so behandelt werden. Nun stellt sich für Sigrid nach dem ersten Date die Frage, ob es zu einer Fortsetzung kommt und ob sie dem Geheimnis um Christian und Frank nachgehen oder ob sie es bleiben lassen soll – bis sie eine folgenschwere Entscheidung treffen wird.
„Good Boy“ ist für mich nun der zweite norwegische Film in Folge. „Good Boy“ ist ein sehr wildes Filmerlebnis. Dieser mit 76 Minuten sehr knappe, kurze und kompakte Film könnte in erster Linie als sehr spannendes Kammerspiel und Psychothriller bezeichnet werden. Im November des letzten Jahres kam ja mit „Cat Person“ ein Film über die Tücken der Kommunikation und unterschiedlichen Erwartungshaltungen beim Dating zwischen Frauen und Männern in die Kinos. „Good Boy“ ist nun die norwegische Variante des Films und kann als Pendant auch gerne „Dog Person“ genannt werden. Mit der Thematik und einigen übereinstimmenden Elementen würde ich ihn auch gerade im Hinblick auf einen reichen, geheimnisvollen Christian mit verrückten Fetischen und Kinks, auf den eine junge Literaturstudentin trifft „50 Shades of Woof“ nennen. Gerade die thematische Einbindung von Fetischen und Kinks und hier insbesondere Petplay beziehungsweise Puppyplay ist ja durchaus interessant – auch wegen einer durchaus interessanten gesellschaftlichen Einordnung dieser Thematik im Hinblick auf Normalität zum Beispiel, jedoch nutzt der Film hier dieses gesellschaftskritische Potential dieser Thematik nicht und bleibt dann letzten Endes auch beim gesamten Handlungsverlauf etwas undurchsichtig und das fiese Ende wirkt auch mit Blick auf das Thema etwas inkonsequent und nicht immer nachvollziehbar, so dass ich mir denke, dass der Film mit wesentlich längerer Laufzeit sicherlich sein Potential hätte besser entfalten könnten.
„Good Boy“ - My First Look – 6/10 Punkte