Review

Bislang konnte sich der britische Regisseur Steve Lawson mit seinen Low Budget Streifen hinter einigen Klassikern der Horrorliteratur verstecken. Zuletzt versemmelte er „Bram Stokers Van Helsing“, während er nun das Genre wechselt und auf das klassische Abenteuer von Alexandre Dumas zurückgreift. Mit den Musketieren verbindet man im Allgemeinen Mantel - und Degen-Action, viele Statisten und urige Kulissen. Von alledem ist hier wenig bis gar nichts zu sehen.

1625: Der junge d'Artagnan reist von der Gascogne nach Paris, um mit dem Empfehlungsschreiben seines Vaters bei Treville vorzusprechen, der die königlichen Musketiere unter seinen Fittichen hat. Doch kurz nach seiner Ankunft wird d'Artagnan Opfer eines Komplotts…

Eingebettet ist die Geschichte in eine Rahmenhandlung, in der ein aufstrebender Abenteurer den alten d'Artagnan aufsucht, welcher soeben seine Memoiren verfasst. Die im Grunde taugliche Idee bremst sich jedoch selbst aus, da soeben Gesehenes nochmals in Worte gefasst wird. Um Hintergrundgeschichten und kleine Anekdoten zu veranschaulichen, werden schlichte Zeichnungen bemüht, die an einfach gehaltene Schraffierungen erinnern. Ebenso einfältig gestalten sich Zwischenschnitte, die primär aus einem aktiven Wasserspeier bestehen.
Ein besonders trashiges Intermezzo bildet ein Dorfhintergrund bei Sonnenaufgang, bei dem sich eine Turmspitze zur Seite verschiebt, - da war die Landschaftscollage wohl nicht ganz fixiert gewesen.

Zwar entpuppen sich die Figurenzeichnungen als annehmbar und der mutige und gleichermaßen leicht naive d'Artagnan geht beinahe als Sympathieträger durch, doch in Sachen Action und Abenteuer gestaltet sich das Unterfangen als überaus zähe Angelegenheit. Bis zum ersten Degenkampf muss man über eine Stunde warten und der gestaltet sich auch noch schlecht choreographiert, was diverse Zeitlupen nicht kaschieren können.
Überdies sucht man vergeblich nach Schauwerten, was auch das Mitwirken der einzigen Dame in Form von Milady nicht beeinträchtigt, zumal diese als Spanierin vorgestellt wird, jedoch recht britisch aussieht und mit russischem Akzent spricht.

Der Mangel an Handlung offenbart sich durch ellenlange Dialogpassagen, welche die zweitklassigen Mimen nur bedingt überzeugend vorzutragen wissen. Hinzu gesellen sich karg ausgestattete Sets, die mehr an ein schlichtes Burgtheater erinnern, wogegen nur ein Pferd und kein Statist zu sehen ist. Von Spannung kann bei alledem keine Rede sein, allenfalls vage Anflüge von Humor lassen das Unterfangen nicht gänzlich ärgerlich erscheinen.

Die faule und spartanische Inszenierung ist beileibe nicht das, was ein kunterbuntes Abenteuer der Musketiere ausmachen sollte. Der Billigheimer, bei dem der Abspann bereits nach 79 Minuten einsetzt, stellt damit seine komplette Existenzberechtigung infrage und sollte schlicht umgangen werden.
3 von 10

Details
Ähnliche Filme