Review

Können dermaßen kompetente Beteiligte konzeptionell so sehr irren? Ja! Was hat sich vor allem Wes Cravens dabei gedacht? Ein neuer „Blacula“? Eine Genre- Persiflage auf Basis einer Schnittmenge mit einem völlig artfremden Kulturkreis? Ein moderner Stil-Hybrid? Der Blutsauger ist nach unseren relativ gefestigten Vorstellungen wortkarg, unterkühlt, elegant, bedrohlich, düster (aber nicht dunkel). Also weder Eddie Murphy, noch Funk-Musik, noch Ghetto-Vibes. Dem grundsätzlichen Kulturschock wird dann noch ein befremdlicher Humor hinzugefügt, typischer Murphy-Klamauk. Der sinnbildliche Todesstoß sind dann die nervig überdrehten Mehrfach-Rollen. Praktisch eine Vorwegnahme von Leinwand-Müll wie „The Nutty Professor“ oder „Norbit“. Passend unpassend dazu eine Angela Bassett als Love Interest. In welcher Welt soll das sein? Craven versucht irgendwie den John Landis, das Experiment kann allerdings als krachend gescheitert betrachtet werden, da gibt es nicht viele gegenteilige Stimmen. Dennoch kann ich den Film betreffend einer unverbindlichen Sichtung empfehlen, die hochwertige Optik aus der guten alten Zeit, plus natürlich die teilweise tollen Effekte und Masken. Das Beste davon taucht teilweise ein Jahr später bei „From Dusk Till Dawn“ wieder auf.

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