Straight From The Dungeons of Crap
Das ist strenggenommen schon der siebte „Transformers“-Teil. Wahnsinn! Selbst wenn „Bumblebee“ eine Art Reboot war. Dennoch ist das beeindruckend, wie dermaßen teure und zum Teil strunzdumme, schlechte Filme sich rentieren. Oder rentierten, da sich da Blatt zumindest finanziell gedreht zu haben scheint. Immer noch recht teuer, aber nicht mehr das ganz große Publikumsinteresse wie einst unter Michael Bay. Das beißt sich auf Dauer. Dafür geht’s gefühlt mit der Qualität und dem Herzblut aufwärts - man kann nicht alles haben?! Geld oder Liebe. Als Produzent liegen da die Wünsche sicher klar verteilt, als Filmfan weiß man jedoch ebenso, wofür man sich entscheidet. Blöd nur, dass bei ausbleibendem Erfolg irgendwann auch die Filme an sich nicht mehr gemacht werden. Aber das ist eine andere Geschichte… „Transformers: Rise of the Beasts“ spielt im NYC der 90er und lässt die Autobots zusammen mit den steinzeitlichen Maximals (Mischung aus Dinos und Transformers) mal wieder gegen die Decepticons antreten, unterstützt durch menschliche Staffage, die aber zumindest nicht nervt…
Michael Bay wird nicht vermisst
Kommt die 90er-Retro-Welle noch in full effect? Oder ist sowas wie „Transformers: Rise of the Beasts“ nur ein glorreicher Ausläufer? Das müssen wir wohl abwarten, ich schätze aber, die 80er werden in Sachen Retro auf ewig das Ultimum bleiben. Dennoch genieße ich natürlich jeden Ausflug in die 90er, das erste Jahrzehnt, das ich voll und bewusst mitbekommen habe. Aber dieser neue „Transformers“ hat zum Glück noch ein paar andere, positive Dinge unter der Haube - außerhalb von NaS, den Twin Towers und dem passenden Spielzeug aus meiner Kindheit, mittlerweile in spektakulär und aufwändig, nicht mehr aus Plastik im Sandkasten. Zum einen liefert Paramount was CGI angeht in den „Transformers“-Filmen immer noch ab. Heutzutage ist man in Sachen Computereffekte nicht gerade verwöhnt. Gerade bei 200-Mio.-Blockbustern. Alles gehuscht, unter Zeitdruck, Massen- und Stangenware, eher Quantität als Qualität. Aber „Transformers 7“ sieht verdammt gut aus. Wie ein „Transformers“ eben aussehen muss. Hinzu kommt der (für meinen Geschmack) tolle Rap-Soundtrack, verlässliche Figuren, sogar das gewisse Flair von damaligen Abenteuern, egal ob man die im Kino bestaunt oder im Kinderzimmer nachgespielt hat. Das passt, das ist rund, hier gehen Spielzeug und Hollywood, Nostalgie und Technik eine gute, sinnvolle und zum Teil sogar richtig herzliche Symbiose ein. Es fühlt sich nicht spektakuleer an, wie bei Bay zu oft. Die Action ist wie man erwartet, gewaltig und krachend, die finalen Wendungen und Möglichkeiten für das Franchise nun machen neugierig, sind gewagt und positiv bescheuert. Es wird teilweise eine klassische Schnitzeljagd erzählt, die mehr an Indiana Jones erinnert als dessen eigenes, gerade ebenfalls in den Kinos laufendes, letztes Hurrah. Und Pete Davidsons Stimme als Mirage ist ein weiteres Highlight, cool, aber nicht aufgesetzt cool. Passend zum Setting, zum Charakter, zu dieser Epoche. Deswegen hat dieser „Transformers“ irgendwo zwischen den Bay-Interpretationen und „Bumblebee“ bei mir funktioniert. Viel mehr als ich gedacht hätte. Manchmal kommt sogar ein „Horizon Zero Dawn“-Gefühl auf.
Pump Up The Jam
Fazit: nicht ganz „Bumblebee“, aber besser als die meisten Bay-Blechbüchsen, für mich schön mit 90s-Rap-NYC-Flair und sogar mit einigermaßen sympathischen Figuren - der neueste Transformers tut keinem weh, bricht sich allerdings auch keinen Zacken aus der metallischen Kreativkrone. Ich bin insgesamt aber positiv überrascht, wie gut er mir gefällt!