Review

Schuldeneinschiesser

Nachdem Guy Ritchie in den letzten Jahren eher mit Augenzwinkern und Hollywoodblockbustern auf sich aufmerksam machte, kommt nun wieder ein ernsteres und härteres Werk von ihm: „The Covenant“ erzählt von einem amerikanischen Soldaten im Afghanistankrieg Anfang der 00er, der mit einem einheimischen Dolmetscher in das Kreuzfeuer der Taliban gerät…

Guy Ritchie Down

Schon wieder gucke ich einen Guy Ritchie-Film. Der Mann ist produktiv, das muss man ihm lassen. Vom Disneyblockbuster bis zur Gangstergroteske, nun ein bierernster Kriegsfilm zwischen „Black Hawk Down“ und Ben Affleck-Mustern. Wandlungsfähig und kreativ, der Herr Ex-Madonna, ohne Frage. Sein neuer „The Covenant“ zeigt ihn weiterhin in guter Form und für Fans von „Lone Survivor“ oder „Extraction“ ist das hier ein waschechter Trip und Tip. Emotional durch solche Fälle in echt, die es in den letzten 20 Jahren in Afghanistan zuhauf gegeben hat und über die kaum einer spricht. Wundervoll, dass Hollywood Dar Salim endlich eine Chance gibt. Verdient - und die nutzt er! Er ist das Herz des Films und kann selbst gegen einen gut aufgelegten und endlich mal wieder nicht überziehenden Gyllenhaal bestehen. Kein Geringerer als Homelander in einer Nebenrolle. Blutig, rigoros, starke Action. Aber nie zu „Rambo II“ verkommend. Zwei Männer, Ehrenschulden, Überlebenskampf, Kriegschaos, kopfloser Rückzug, politische Untertöne. „The Covenant“ bietet in zwei Stunden sehr viel - vergisst dabei aber weder die Unterhaltung noch ganz nah bei den Figuren zu bleiben. Künftiger Kriegsgeheimtipp?!

Fazit: zwei Männer, eine Reise, viele traurige Schicksale im Hinterkopf - Guy Ritchies neuer Kriegsfilm erzählt von oft ignorierten Opfern des Krieges. Und ist ein starker Actionfilm obendrauf.

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