So treffend die schier endlos erscheinende Weite der Wüste rund um die Route 66 einen tauglichen Schauplatz markiert, so eindimensional erscheint doch die Geschichte des düsteren Road Movies von Regisseur Robert Gajic, die stark an Pendants wie „Jeepers Creepers“ und „Reeker“ erinnert.
Sarah und Michael befinden sich auf der Route 66 auf dem Weg zu ihrem Vater, als das Paar von einem schwarzen Muscle Car bedrängt wird. Kurzerhand stoppen sie an einem Diner, in dem sich die wenigen Anwesenden recht merkwürdig verhalten. Als sie ihre Fahrt fortsetzen wollen, begegnen sie dem aufdringlichen Fahrer erneut und landen nach einiger Zeit abermals beim selben Diner…
Die Dauerschleife und eine Bedrohung, - die wenigen Zutaten erscheinen nur allzu vertraut und leider begeht Gajic den Fehler, seinem Antagonisten frühzeitig Konturen zu verpassen und ihn darüber hinaus in ein nahezu trashiges Licht zu rücken, indem er nicht etwa stumm bleibt, sondern sich wie ein blutrünstiger Vampir bei Vollmond gebärdet. Derweil funktioniert das Paar nur bedingt als Sympathieträger, da sie sich im Diner ein wenig hochnäsig verhält, während er zumindest mit höflichem Abstand Konversation betreibt. Wobei, - Konversation entspricht nicht wirklich dem, was da teilweise an holprig klingenden Dialogen vom Stapel gelassen wird.
Ein Vorteil des Unterfangens ist die Kulisse der wüstenartige Einöde, die von einer recht versierten Kamera variabel eingefangen wird, zu der auch das Diner aus scheinbar längst vergangenen Tagen passt. Auch die Verfolgungsszenen auf dem Highway weisen einigermaßen Drive auf, doch ansonsten ist es in Sachen Action, schon aufgrund des augenscheinlich geringen Budgets nicht so gut bestellt. Auch im Bereich Blutvergießen ist die Chose mit nur einer Einlage alles andere als eine Schlachtplatte geworden.
Aufgrund des verschwörerisch anmutenden Verhaltens der Nebenfiguren lässt sich früh erahnen, wohin die Reise gehen könnte und so sind diesbezüglich keine Überraschungen zu erwarten. Im Gegenteil, denn wer einen der oben genannten Genrebeispiele gesichtet hat, weiß bereits nach einer halben Stunde Bescheid. Daran ändern die allenfalls mittelmäßig performenden Mimen genauso wenig wie der Score, der erst im letzten Drittel ein wenig mehr in die Waagschale legt.
Der nicht ganz eindeutige Ausgang mit angedeuteter Tendenz fügt sich ebenso in die wenig originelle Darbietung ein, die mit nur 80 Minuten Laufzeit zumindest keine Durchhänger aufweist. Hier wird man zu keiner Zeit mitgerissen, noch gibt es genügend Konfrontationen, um ein ordentliches Mitfiebern anzuheizen. Als vermeintliche Episode von „Twilight Mysteries“ ginge das gerade noch durch, als eigenständiger Streifen liefert er schlicht zu wenig Substanz.
4 von 10