Mit parallel ablaufenden Handlungssträngen diverser Figuren werden unweigerlich Erwartungen geschürt, die bestenfalls auf ein cleveres Drehbuch mit großem Finale hinauslaufen. Prämierte Streifen wie „LA Crash“ haben dies bereits erfolgreich vorgemacht, doch was sich hier im titelgebenden Restaurant abspielt, bleibt zumeist oberflächlich und weitgehend erahnbar.
Das gehobene Restaurant Collide in LA: Tamira (Kat Graham) hat ein Blind Date mit Hunter (Ryan Phillippe) und offenbart ihm sogleich, dass eine Bombe unter seinem Stuhl hochgehen wird, sobald er diesen verlässt. Derweil beobachtet Peter (Jim Gaffigan) seine Frau Angie (Drea de Matteo), die eine Affäre mit dem hiesigen Manager (David Cade) hat, während Tellerwäscher Zee (Dylan Flashner) ein fettes Paket Koks im Restaurant versteckt hat, welches er noch an diesem Abend zu Geld machen will…
Eine Affäre, Drogendiebstahl und Unterdrückung bilden die Kernthemen der drei nebeneinander ablaufenden Geschichten, welche auf dem Papier nicht uninteressant klingen, wobei nur die Sache mit der Bombe für einen Kurzfilm taugen würde, wonach die beiden anderen Storys zu durchschaubar sind und deutlich zu wenig Suspense zutage fördern.
Die Charaktere bleiben eher oberflächlich gezeichnet und es empfiehlt sich kaum jemand als Sympathieträger, denn der betrogene Peter bleibt bei seinen Aktionen zu passiv in seiner Opferrolle, während Tamiras Motive zwar nachvollziehbar sind, jedoch in kaum einer Relation zu ihrem Gegenüber stehen.
Was sogleich negativ ins Auge sticht, ist eine unsägliche Wackelkamera, welche wie von einem Anfänger im Probiermodus geführt wird. Selbst bei zwei weitgehend still sitzenden Motiven im Restaurant wird mehrfach der Zoom bemüht, dann der Blickwinkel korrigiert, um erneut vom Geschehen per hastigem Knopfdruck Abstand zu nehmen. Ob das ein Stilmittel oder nur Unfähigkeit ist, erschließt sich nie so wirklich und auch die Ausleuchtung lässt partiell zu wünschen übrig, denn in einer Küche sollte es schon möglichst hell sein.
Ein weiters Manko ist das Timing, welches die notwendige Dringlichkeit vermissen lässt, was erneut auf den Fall mit der Bombe zutrifft, dessen Counter im Übrigen auch mal etwas sprunghaft anmutet. Worüber unterhalten sich die zwei, während in der Küche ein paar Minuten ein Durcheinander herrscht? Warum scheint hier niemand der Gäste eine Speise zu sich zu nehmen und wie lassen sich verschiedene Töne auf einer Geige erzeugen ohne dabei den Griff zu ändern? Hier und da passt einiges nicht zusammen und doch gibt es immerhin ein paar leidlich spannende Momente, etwa als ein Inspekteur ins Spiel kommt oder ein Anruf beim Radio einen Gesinnungswechsel hervorrufen könnte.
Das minimalistische Setting gibt insgesamt nicht viel her und obgleich der Score um Tempo bemüht ist, dominieren kaum geschliffene Dialoge die Szenerie, was erst gar keine Dynamik entstehen lässt. Das Finale läuft in erahnbaren Bahnen ab und lediglich einige Begebenheiten am Rande sorgen für minimale Überraschungseffekte. Schade um Kat Graham mit einer starken und nuancierten Performance und Jim Gaffigan mit einer ebenso überzeugenden Präsenz, doch die drei Geschichten kollidieren dem Titel gemäß nicht wirklich und sorgen unterm Strich für einen eher unterdurchschnittlichen Unterhaltungswert.
4,5 von 10