Weihnachtszeit und ein Bruce Willis gegen eine Horde von Gangstern? Der australische Autor und Regisseur Edward Drake macht sich die Vita der Action-Ikone zunutze, um ein wenig an alte Zeiten zu erinnern. Er versäumt es allerdings, die Titelfigur wie eine solche mitwirken zu lassen.
New York: Bei einem Gefängnisausbruch konnten Conlan (Paul Johansson) und einige seiner Schergen entkommen, welche sich die Weihnachtsbomber nennen. Detective Knight (Willis), welcher zur selben Zeit in eben jenem Knast verweilte, handelt einen Deal mit der Polizei aus: Schnappt er Conlan, kann er offiziell wieder als Cop fungieren…
Drake drehte alle drei Teile um Detective Knight in einer Rekordzeit von nur 30 Tagen ab, was man der Erzählung primär in der ersten halben Stunde deutlich anmerkt. Szenenabfolgen wirken reichlich durcheinander gewirbelt und ohne Kenntnis des Vorgängers dürfte man zunächst etwas auf dem Schlauch stehen. Da die Geschichte jedoch sehr schlicht gehalten ist, wirkt sich das nicht negativ auf das Verständnis aus, allenfalls bleiben Motivationen einiger Figuren ein wenig nebulös.
Leider verkommt die Titelfigur erneut zu einem passiven Element, welches erst zum Showdown kurz mitmischen darf, ansonsten rein gar nichts in Sachen Aufklärungsarbeit leistet. Dieser Part fällt der Figur Eric (Lochlyn Munro) zu, einem im Rollstuhl sitzenden Kollegen von Knight, der in einer recht gelungenen Szene einem dubiosen Bürgermeister auf den Zahn fühlt. Indes verschwindet die Figur einer Polizeichefin irgendwann komplett aus der Geschichte, was bezeichnend für das grobschlächtige und oftmals unausgegorene Drehbuch ist.
Zudem widmet sich die Erzählung mehr dem Antagonisten, dessen Geschwafel über Idealismus und sonstige Tugenden irgendwann einfach nervt und anbei jeden Drive herausnimmt. Viele Dialoge und vergleichsweise wenig Action sprechen somit für ein recht überschaubares Budget, zumal die rar gesäten Actionszenen zwar einigermaßen versiert in Szene gesetzt sind, doch das CGI-Blut fällt ebenso negativ ins Auge wie manche Explosionen, die eher wie verunglückte Feuerwerkskörper anmuten.
Indes erhält Willis eine Präsenz von gefühlten zehn Minuten, die ersten Worte spricht er erst nach einer halben Stunde. Immerhin wirkt er einigermaßen engagiert, wogegen Munro und Johansson sogar recht spielfreudig performen und den Laden einigermaßen beisammen halten.
Gleiches gilt für die Optik, welche einerseits nicht zu weihnachtlich daherkommt und andererseits mit Gangstern in Weihnachtsmannkostümen innerhalb der dunklen Farbgebung einige interessante Kontraste setzt. Auch der Score arbeitet zweckdienlich, liefert jedoch weniger markantes Material als beim Vorgänger.
Insgesamt gerät der zweite Teil um Detective Knight deutlich zu geschwätzig, liefert zu wenig Action und vernachlässigt sträflich seine Titelfigur. Zudem generiert die dünne Story kaum Spannung und selbst zum Finale gibt es keine nennenswerten Höhepunkte zu vermelden. Somit gestaltet sich der Streifen eine Spur schwächer als der ohnehin nur durchschnittliche Vorgänger.
4 von 10