In der thailändischen Provinz Bueng Kan wird am Ufer des Mekong ein mysteriöses, gewaltiges Ei gefunden. Als es weggeschafft wird, taucht ein riesiges, amphibisches Monster auf, das bei der Suche nach seiner Brut für Chaos sorgt. Währenddessen versucht die Polizei die Lage unter Kontrolle zu bringen und Zivilisten zu evakuieren.
Die thailändisch-chinesische Koproduktion unter der Regie von Lee Thongkham wird als moderner "Kaiju"-Blockbuster vermarktet, speist sich aber deutlich aus der thailändischen Folklore. Der Schauplatz Bueng Kan liegt direkt am Mekong, der in Thailand und Laos als heilig gilt. Er ist der Legende nach die Heimat der Naga, gewaltigen, schlangenartigen Wesen, die als Beschützer der Gewässer gelten.
Im Gegensatz zu vielen modernen Produktionen setzt der Film stark auf Animatronics und lebensgroße Puppen. Für den Film wurde eine etwa 9 Meter lange mechanische Puppe gebaut. Dies verleiht dem Monster am Set und in Nahaufnahmen eine enorme physische Präsenz und Schwere. So wird ein Maß an Realismus erzeugt, das reines CGI vor allem in solchen Creature-Features oft vermissen lässt.
Das Design der Kreatur stammt von Jordu Schell, einem renommierten Monster-Designer und bekannten Experten aus Hollywood, der bereits an Blockbustern wie Avatar, Hellboy und Cloverfield mitgearbeitet hat.
Beim starken, fast klassischen Auftakt setzt das Creature-Feature zunächst erstaunlich effektiv auf Atmosphäre und Wucht. Die Inszenierung baut nahezu direkt eine dichte, bedrohliche Stimmung auf, und das Monster selbst ist wirklich beeindruckend. Design und Präsenz sorgen dafür, dass die Kreatur tatsächlich als ernstzunehmende Gefahr funktioniert.
Auch visuell gelingen einige eindrucksvolle Momente – besonders der Einsatz der roten Warnlichter von Polizeifahrzeugen taucht im Mittelteil viele Szenen in eine stimmige, höchst effektvolle Farbwelt. Ein besonders auffälliger Moment erinnert stark an jene Szene aus Jurassic Park, in der zwei Kinder in einem Fahrzeug sitzen, während draußen der T-Rex lauert. Hier wirkt das Vieh auch tatsächlich ein bisschen wie eine Art amphibischer T-Rex. Das ist zwar effektiv inszeniert, wirkt aber eben auch mehr wie ein Déjà-vu als eine eigene Idee.
Leider verliert sich der Film nach dem tollen Einstieg zunehmend in einer wirren Erzählstruktur. Eine kleinere Version des Riesenmonsters zieht eine blutige, aber völlig unmotivierte und beliebig wirkende Blutspur durch die Gegend. Allerdings findet das Geschehen oft auch im Off statt. Statt Spannung entsteht so eher Verwirrung, denn ein klarer Fokus fehlt hier einfach. Hinzu kommt, dass sich der Film für die Attacken und das eingestreute Vater-Tochter-Drama deutlich zu viel Zeit nimmt. So wird die Geschichte eher ausgebremst, als dass sie vorangetrieben wird.
Auch die musikalische Untermalung schießt gelegentlich über das Ziel hinaus. Der Score ist oft unnötig episch für das, was auf der Leinwand passiert, und wirkt dadurch stellenweise eher aufgesetzt als unterstützend. Im letzten Drittel schlägt der Film eine philosophische Richtung ein, die sich mit der spirituellen Verbindung zwischen Mensch und Natur befasst.
Das Motiv des gefundenen Eiers, das eine Katastrophe auslöst, ist ein klassisches Element, das die Verletzung der Natur durch den Menschen thematisiert. Ein zentrales Thema im thailändischen Buddhismus. Auch führt in vielen lokalen Erzählungen der Raub oder die Störung heiliger Objekte der bereits oben erwähnten Naga zu verheerenden Überschwemmungen oder Angriffen. Aufgrund der wirren Erzählstruktur verliert sich aber die Botschaft dieses Finales und wirkt nicht stimmig. Die wenigen Momente, in denen das Mädchen Mey zuvor die Hand mit beruhigender Wirkung auf das Ei legt, sind als Vorbereitung auf dieses Ende nett, aber deutlich unzureichend. Das hätte anstelle des Dramas erheblich mehr Fokus benötigt.
Ein Creature-Feature mit starkem Start, überzeugendem Monsterdesign und gelungener Atmosphäre, das sich jedoch in einer zu langen, unübersichtlichen Handlung verliert. Gute Ansätze sind klar vorhanden, werden aber durch erzählerische Schwächen und überflüssige Szenen deutlich abgeschwächt. Trotz aller Schwächen lohnt allein die Kreatur den Blick auf den Film.