Der Appalachen Trail durchzieht 14 US-Bundesstaaten und ist rund 3500 Kilometer lang. Ist man in dieser Gegend mit einem jungen Hund ohne Leine unterwegs, heizt man ihn besser nicht dazu an, einem Fuchs nachzujagen, denn dann heißt es am Ende: Hund weg!
Student Fielding (Johnny Berchtold) hat zwar einen Uniabschluss in der Tasche, stolpert jedoch sehr zum Leidwesen seiner Eltern (Rob Lowe und Kimberly Williams-Paisley) recht ziellos durchs Leben, was sich mit der spontanen Anschaffung des Mischlingswelpen Gonker noch verschlimmert. Als der Hund in den Wäldern der Appalachen spurlos verschwindet, setzt die Familie allerdings alle Hebel in Bewegung, denn dem Tier muss alle 30 Tage eine lebensrettende Injektion verabreicht werden…
Katzenbesitzer, die einen Freigänger ihr eigen nennen, kennen das Problem des übermäßigen Fernbleibens nur allzu gut, denn irgendwann machen sich Unruhe und Ungewissheit breit und die verzweifelte Suche beginnt, was hier besonders zu Beginn eine ordentliche Dynamik entwickelt. Zumal die Familie eine gute Strategie entwirft, um schon bald für landesweites Interesse zu sorgen. Hinzu gesellt sich ein Kindheitstrauma der Mutter und ein Genrerationskonflikt zwischen Vater und Sohn, der jedoch, wie nahezu alle Problemfälle, eher weichgespült daherkommt.
Denn im Grunde fühlt sich der familientaugliche Streifen wie ein typischer Disneyfilm an, bei dem Dutzende Gutmenschen zusammenhalten und man die wenigen Bösewichte bereits verbal besänftigen kann. Folgerichtig wird der gesuchte Hund wahrscheinlich nicht auf dem Grill eines Rednecks, im Versuchslabor oder unter den Reifen eines Trucks landen.
Während die Suche stichprobenartig abläuft und deutlich an Spannung einbüßt, ist von dem Tier eher wenig zu sehen, was hinsichtlich der überzeugenden Dressur und den versierten Kamerabildern schade ist. Hier und da werden zwar Passagen der Landschaft eingefügt, doch der Hund taucht nach dem Verschwinden und dem Verkriechen bei einem Gewitter nahezu völlig ab, was ein Suchhund der Familie beileibe nicht ausgleichen kann.
Auch nicht der scheinbar kaum alternde Rob Lowe, der hier noch am ehesten Präsenz einbringt und recht ordentlich performt, während seine Mitspieler eher blass bleiben und mit teils hölzern anmutenden Dialogen nicht gerade um Authentizität buhlen. Bemüht ist auch der Score, der in jeder Passage eine positive Energie zu versprühen sucht, als hätten Flipper, Lassie und Black Beauty am selben Tag Geburtstag.
Einem reinen Wohlfühlfilm sollte man die mangelnde Tiefe nicht zu sehr ankreiden und auch die nicht vorhandene Originalität ist zu verschmerzen. Immerhin gibt es kleine Aufheiterungen am Rande, ein paar feine Kalendersprüche und auch von einem Happy End darf ausgegangen werden. Es sei denn, jemand landet doch noch auf dem Redneck-Grill, aber das ist wohl eher ein anderes Genre…
Knapp
6 von 10